Das Em Golde Kappes in Köln-Nippes ist kölsche Brauhauskultur pur – mit Himmel un Ääd, Reibekuchen und echten Klassikern. Hier lohnt sich ein Besuch!
Wer Köln kennt, weiß: Echte Brauhauskultur ist mehr als nur Kölsch trinken. Im Em Golde Kappes an der Neusser Straße 295 in Nippes steckt Geschichte in jeder Ecke – buchstäblich. Der Name geht auf die frühere Bezeichnung der heutigen Florastraße zurück, die bis 1913 noch Kappesgasse hieß. „Kappes“ bedeutet auf Hochdeutsch Kohl, und genau damit verdienten die hiesigen Landwirte, die sogenannten Kappesbuure, ihr Geld. Heute erinnert der große goldene Kohlkopf über dem Eingang an diese Geschichte. Wie ist das in meinen Warenkorb – äh, in mein Herz – gekommen? Ganz einfach: mit Charme, Tradition und wirklich gutem Essen.1
Ende der 2000er Jahre drohte dem traditionsreichen Haus das Ende. Die Gaststätte stand leer, bis die Brauerei Früh das sanierungsbedürftige Gebäude übernahm und es mit viel Fingerspitzengefühl wieder zum Leben erweckte.1 Heute ist der Golde Kappes wieder ein echtes Schmuckstück – mit liebevollen Details wie den Bleiglasfenstern, den geschnitzten Bänken und der Holzvertäfelung. Besonders cool: In Nippes gibt es hier noch eines der letzten Kölner Thekenschaafe zu bestaunen – eine Mischung aus Kassenhäuschen und Beichtstuhl, der traditionelle Arbeitsplatz kölscher Gastwirte. Und wer aufmerksam schaut, entdeckt die goldenen Kohlköpfe sogar als Fliesenbordüre in den Waschräumen. Das nennt man Liebe zum Detail!1
Kölnerinnen und Kölner sind bekannt für ihre offene, herzliche Art – aber kaum betritt man ein Brauhaus, gelten offenbar andere Regeln. Der Köbes rauscht vorbei, knallt die Bierdeckel auf den Tisch und beantwortet Fragen mit einer Wortanzahl, die sich an einer Hand abzählen lässt. Tradition ist Tradition – ruppig, schlagfertig, trocken. Als Zugezogene fehlt einem vielleicht einfach das kölsche Gen, das darin den eigentlichen Charme erkennt. Zum Glück kommt aus der Küche ausschließlich Charmantes.1
Die Speisekarte liest sich wie ein Best-of der kölschen Küche: Ähzezupp, Halve Hahn, Reibekuchen, Flönz und Schweinehaxe. Das persönliche Highlight ist aber das Himmel un Ääd – ein Gericht, das in Köln oft serviert, aber längst nicht immer ernst genommen wird. Hier schmeckt es wie aus dem Lehrbuch: cremiger, rustikaler Kartoffelstampf, intensives Apfelmus mit angenehmer Säure und ein stattlicher Berg geschmorter Zwiebeln. Obendrauf die Flönz – außen herrlich knusprig angebraten, innen weich, saftig und kräftig gewürzt. Majoran und wärmende Gewürze geben ihr genau den Charakter, den gute Blutwurst braucht.1
Profi-Tipp: Immer einen Alles-Bissen auf die Gabel laden – ein Stück Flönz, etwas Kartoffelstampf, Apfelmus und ein paar Zwiebeln. Erst zusammen entsteht die perfekte Balance aus würzig, süß, säuerlich und herzhaft.1
Noch ein Tipp für Stammgäste und Planungsfreudige: Der Golde Kappes hat feste Tagesgerichte im Programm.
Die Reibekuchen gibt es übrigens auch mit Schwarzbrot und Butter, Rübenkraut oder sogar mit Räucherlachs und Preiselbeer-Meerrettich. Für jeden ist was dabei.1
Das Em Golde Kappes schafft das, woran andere Brauhäuser nicht selten scheitern: kölsche Klassiker zu kochen für Menschen, die mit diesen Gerichten aufgewachsen sind – und das mit echter Sorgfalt. Wer Nippes, Kölsch-Kultur und richtig gutes Essen liebt, ist hier goldrichtig. Note: 5 von 6.1
FRÜH „Em Golde Kappes“, Neusser Str. 295, 50733 Köln-Nippes | Tel.: 0221 92292640 | Öffnungszeiten: Mo–Do 11.30–22.30 Uhr, Fr & Sa 11.30–0 Uhr, So 12–22 Uhr
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!