In der Philippstraße in Köln-Ehrenfeld sorgt eine Baustelle für gefährliche Situationen: Zweiradfahrer rasen über den Gehweg und Anwohner fordern endlich mehr…
Stell dir vor, du kommst morgens aus deiner Haustür – und fast fährt dich ein E-Scooter-Fahrer über den Haufen. Genau das ist die Realität für viele Anwohnerinnen und Anwohner der Philippstraße in Köln-Ehrenfeld. Dort blockiert seit etwa einem Monat ein Baukran die gesamte Fahrbahn, weil gegenüber der Hausnummer 23 zwei Wohnhäuser hochgezogen werden. Der einzige Weg vorbei: ein schmaler Gehweg auf der nordwestlichen Seite der Straße.1
Was klingt wie eine theoretische Gefahr, ist für die Anwohner tägliche Realität. Lastenrad-Nutzer, E-Scooter-Fahrer, Lieferanten auf E-Bikes und sogar eine Vespa brettern laut Berichten durch den engen Durchgang – ohne abzusteigen oder auch nur das Tempo zu drosseln. Eine Anwohnerin, die anonym bleiben möchte, hat die Situation drei Minuten lang mit dem Handy gefilmt und berichtet: „Die meisten Zweiradfahrer steigen nicht ab – nur ältere Frauen tun das gelegentlich. Wenn man die anderen auffordert, ihr Rad an dieser Stelle zu schieben, wird man noch übelst beschimpft.“1
Anwohner Bodo Stock bringt es auf den Punkt: Er sei bereits mehrfach beinahe „über den Haufen gefahren worden“. Das Tempo der Zweiradfahrer sei häufig „erschreckend rücksichtslos“. Und die anonyme Nachbarin ergänzt: „Manchmal vergisst man, auf den Zweiradverkehr auf dem Gehweg zu achten. Da ist schnell was passiert, zum Beispiel, wenn man gerade aus dem Haus kommt.“1
Bislang gibt es zwar Schilder, die auf die Situation hinweisen – allerdings nur an den Zufahrten zur Philippstraße, also an der Venloer Straße und an der Stammstraße. Das Problem: Wer dort abgebogen ist, hat die Schilder längst vergessen, wenn er an der eigentlichen Engstelle ankommt. Außerdem weisen die vorhandenen Schilder lediglich darauf hin, dass die Straße für Autos eine Sackgasse ist. Für Fußgänger und Radfahrer ist ein Durchkommen zwar möglich – aber ob man dabei absteigen muss, geht aus dem Schild nicht direkt hervor. Das Symbol des Fahrrads könnte sogar den gegenteiligen Eindruck erwecken.1
Bodo Stock zweifelt zwar daran, ob neue Schilder direkt an der Baustelle wirklich etwas ändern würden. Seine Nachbarin hingegen glaubt an mögliche positive Effekte – zumindest könnten klare Hinweise genau dort, wo der Engpass beginnt, mehr Bewusstsein schaffen.1
Die Hoffnung auf Unterstützung von außen scheint gering. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Polizei bei einer ähnlichen Baustelle in der Stammstraße durchblicken lassen, dass „das tägliche Einsatzgeschehen“ verstärkte Kontrollen an solchen Stellen kaum zulasse. Auch der Bauherr selbst will offenbar keine zusätzlichen Schilder aufstellen – das Argument laut Anwohnern: Es lohne sich nicht, weil sich „sowieso niemand daran hält“.1
Die Lage dürfte sich so schnell nicht ändern: Laut Informationen der Anwohner soll die Fahrbahn noch ganze 18 Monate lang gesperrt bleiben. Bis dahin bleibt den Bewohnerinnen und Bewohnern der Philippstraße nur eines – auf die Einsicht der Zweiradfahrer zu hoffen. Und die scheint, zumindest bislang, leider ziemlich begrenzt zu sein.1
Was meint ihr: Wer ist hier in der Pflicht – die Stadt, der Bauherr oder doch die Radfahrer selbst? Schreibt uns eure Meinung!
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!