Über 1100 Künstler fordern Boykott des Eurovision Song Contest 2026 wegen Israels Teilnahme.
Mehr als 1100 Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende haben in einem offenen Brief zum Boykott des Eurovision Song Contest 2026 aufgerufen. Auslöser ist die anhaltende Teilnahme Israels am Wettbewerb trotz internationaler Kritik und politischer Debatten.
Die Initiative „No Music For Genocide“ veröffentlichte am 21. April 2026 einen offenen Brief, der Fans dazu aufruft, die Übertragung des diesjährigen Eurovision Song Contest zu boykottieren. Der Hintergrund: Israel darf weiterhin am Wettbewerb teilnehmen – inzwischen bereits im dritten Jahr, seitdem das Land in Palästina militärisch agiert. Die Künstler werfen der European Broadcasting Union (EBU) Doppelmoral vor, da Russland 2022 nach seiner Invasion in der Ukraine ausgeschlossen wurde, Israel aber nicht.
Zu den Unterzeichnern des Boykottaufrufs zählen namhafte Künstler wie Massive Attack, Brian Eno, Kneecap, Peter Gabriel und Sigur Rós. Die Boykottbewegung wird außerdem von der internationalen BDS-Bewegung für Palästina unterstützt. Die Aktion richtet sich konkret gegen den 70. Eurovision Song Contest, der vom 12. bis 16. Mai 2026 stattfindet. Noch immer sind Kulturschaffende eingeladen, sich der Petition anzuschließen (The Needle Drop).
Im veröffentlichten Statement betonen die Organisatoren, Israel habe in seiner 53-jährigen Eurovision-Geschichte durchgehend seine Politik gegenüber Palästina mit „Apartheid, Folter, Landraub und militärischer Besatzung“ fortgeführt. Gerade die politische Bedeutung des Wettbewerbs werde von den Verantwortlichen in Israel hervorgehoben. Der Brief stellt die Frage, warum der größte Musikwettbewerb der Welt nicht mit gleichen Maßstäben für alle Länder handele.
In NRW ist der Eurovision Song Contest jedes Jahr ein kulturelles Medienereignis und zieht ein Millionenpublikum vor die Bildschirme. Die kontrovers geführte Boykottdebatte könnte auch im Land zu Diskussionen in Kulturbetrieben, bei Veranstaltern und in der öffentlichen Wahrnehmung führen. Viele Musikschaffende und Fans werden sich mit der ethischen Frage auseinandersetzen, wie politisch der Wettbewerb sein darf oder muss.
Der Eurovision Song Contest 2026 wird zwischen dem 12. und 16. Mai stattfinden. Die Boykottbewegung könnte weiterhin an Dynamik gewinnen. Ob und wie viele Zuschauer der Aufforderung folgen werden, bleibt offen. Es ist jedoch absehbar, dass der Protest und die Diskussion um die Teilnahme Israels auch nach dem Contest fortgesetzt werden.
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