Zwei 15-Jährige sitzen in Untersuchungshaft: Sie sollen Fahrräder von einer Brücke auf die A 43 bei Nottuln geworfen haben – angeblich um es zu filmen.
Was sich in den frühen Morgenstunden des 3. September 2026 auf der Autobahn 43 bei Nottuln abgespielt hat, klingt unfassbar: Zwei 15-Jährige sollen gegen 4:20 Uhr Fahrräder von einer Brückenüberführung der K 11 direkt auf die Autobahn geworfen haben – während Autos darunter durchfuhren.1 Das Erschreckende daran: Laut ersten Erkenntnissen der Ermittler sollen die Jugendlichen den Wurf und ein mögliches Unfallereignis sogar mit ihren Handys filmen wollen.1
Zusammen mit einem 13-jährigen Begleiter sollen die beiden Tatverdächtigen zunächst drei Fahrräder gestohlen haben – um sie dann von der Brücke auf die A 43 zu schmeißen.1 Zur gleichen Zeit waren zwei Autos auf der Autobahn in Richtung Münster unterwegs: ein 39-jähriger BMW-Fahrer mit Beifahrer und ein 62-jähriger VW-Fahrer mit seiner Beifahrerin. Beide Fahrzeuge kollidierten mit den heruntergeworfenen Rädern.1 Dass dabei niemand verletzt wurde, grenzt an ein Wunder.
Der Vorfall zog weitreichende Konsequenzen nach sich: Die A 43 musste zwischen Dülmen Nord und Nottuln von 10:48 Uhr bis 13:30 Uhr für Ermittlungsarbeiten eines Verkehrsunfallaufnahme-Teams aus Münster voll gesperrt werden.1
Wegen des enormen Gefahrenpotenzials hat die Polizei Münster noch am selben Tag, dem 3. September 2026, eine Mordkommission unter der Leitung von Michael Reitz eingerichtet.1 Die Ermittler haben ganze Arbeit geleistet: Bereits am 9. September folgte ein Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft Münster und erließ Haftbefehl gegen die beiden 15-Jährigen – wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr.1
Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 15-jährigen Deutschen und einen 15-Jährigen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit. Beide befinden sich nun in Untersuchungshaft.1 Die Ermittlungen dauern an.
Was die ganze Sache noch schwerer verdaulich macht: Das mutmaßliche Motiv der Jugendlichen war offenbar, den Fahrradwurf und einen möglichen Crash auf Video festzuhalten.1 Aus einem kurzen Clip-Erlebnis hätte eine Katastrophe werden können – mit Todesfolge für völlig unbeteiligte Menschen auf der Autobahn. Der Fall zeigt auf erschreckende Weise, welche Konsequenzen leichtsinnige oder bewusst gefährliche Aktionen für andere Menschen haben können.
Presseauskünfte zu diesem Fall erteilt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt unter der Rufnummer (0251) 494 2387. Die Polizei Münster ist unter (0251) 275-1010 erreichbar.1
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