Am Samstag erwartet Köln 15.000 Gen-Z-Demonstranten. Wie sich Händler in Köln und Aachen vorbereiten und was die Polizei zur Lage sagt, liest du hier.
Am Samstag, den 31. Oktober, steht NRW eine richtig große Nummer bevor: Die Generation Z geht auf die Straße, und zwar nicht zu knapp. In Köln soll die größte Demo in ganz NRW stattfinden.1 Eine Privatperson hat für die Zeit von 14 bis 19 Uhr einen Demonstrationszug unter dem Motto „Bildung/Wehrpflicht/Bezahlbares Leben“ angemeldet, los geht’s am Heumarkt.1
Die Polizei rechnet mit rund 15.000 Teilnehmenden.1 Parallel dazu hat auch die Gruppe „GenZ regelt das“ zu einer eigenen Demo aufgerufen – über 11.000 Leute haben laut deren Webseite schon zugesagt.1 Das wird also richtig voll in der Kölner Innenstadt.
Klar, wenn man die Bilder aus Frankreich im Kopf hat, wird man als Händler schon ein bisschen nervös. Joachim Groth von der Bürgergemeinschaft Altstadt bringt’s auf den Punkt: „Wir sind in Köln und haben die Hoffnung, dass das, was in Paris oder Mailand passiert ist, hier nicht passiert, aber wir sind natürlich auch angespannt.“1 Deshalb hat seine Initiative sich direkt an den Oberbürgermeister und die Ratsfraktionen gewandt – mit der Bitte um ein klares Signal: Die Anliegen der jungen Leute ernst nehmen, aber Gewalt klipp und klar eine Absage erteilen.1
Manche Geschäftsleute gehen auf Nummer sicher und lassen Tische und Stühle am Samstag einfach drin, damit es erst gar keine Angriffsfläche für Vandalismus gibt.1 Omar Amajjoud, der einen Kiosk in Köln betreibt, sieht das Ganze aber differenziert: „Demos sind immer schlecht fürs Geschäft“, sagt er, gleichzeitig sei es aber ein Recht, seine Meinung zu äußern. Sein Fazit: „Es hat sich wohl einiges angestaut, und jetzt muss es raus, aber hoffentlich friedlich.“1
Auch in Aachen macht man sich Gedanken. Jörg Hamel, Geschäftsführer des Handelsverbands NRW Aachen-Düren-Köln, berichtet von Anrufen besorgter Händler aus beiden Städten.1 Angst sei nicht unbedingt das Thema, aber die Bilder aus Frankreich sitzen tief, und die Händler wollen mit ihren Sorgen gehört werden.1
Eine Händlerin aus Aachen hatte sich schon vor einer Woche an die Polizei gewandt, weil sie einfach keine Infos bekam. Die Antwort: Im Ernstfall die 110 wählen.1 Hamel findet das zu wenig: „Aber das ist natürlich nicht ausreichend. Die Händler erwarten, dass sich die Behörden vorbereiten und sie darüber informieren. Und ich glaube, wenn man das tut, sind die Ängste auch gar nicht mehr so groß.“1
Nicht alle blicken skeptisch auf den Samstag. Coco Schwarz, Studentin an der RWTH Aachen, findet’s gut, dass die Gen Z jetzt zusammenkommt.1 „Wir als Studierende haben oft zu viel zu tun, um dann wirklich auf die Straße zu gehen“, erklärt sie. Jetzt könne man gemeinsam Missstände anprangern und im besten Fall die Leute wachrütteln.1
Sie geht davon aus, dass in Deutschland größtenteils friedlich demonstriert wird. Auch bei den Protesten in Frankreich seien nur kleine Teile eskaliert: „Das sind die Teile, die die Nachrichten gezeigt haben. Große Teile waren friedlich.“1
Die Polizei Köln bereitet sich auf die größere Einsatzlage vor und beobachtet die Mobilisierung von „GenZ regelt das“ genau. Man steht außerdem im Austausch mit Sicherheitsbehörden auf Bundes- und Landesebene.1 Konkrete Hinweise auf gewalttätige Aktionen wie in Frankreich gibt es aktuell aber nicht.1 Zusätzlich hat die Polizei an dem Wochenende noch die Hände voll mit den jährlichen Halloween-Feierlichkeiten, die ja auch immer für Trubel sorgen.1
Am Samstag wird sich zeigen, wie die Großdemo in Köln tatsächlich verläuft. Bis dahin heißt es für Händler in Köln und Aachen: abwarten, vorbereiten und hoffen, dass alles friedlich bleibt.
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