Gen-Z-Demos am 31. Oktober: NRW bereitet sich auf tausende Teilnehmer vor. Wir zeigen, wie Polizei, Politik und Einzelhandel sich wappnen und was Köln erwartet.
Am 31. Oktober ist in NRW einiges los. Die Initiative „Gen Z regelt“ (teils auch „Gen Z steht auf“ genannt) ruft bundesweit zu Demos auf – und auch bei uns in NRW wollen sich etliche tausend Menschen auf die Straße bewegen. Worum geht’s? Bildung, bezahlbares Leben, Klimaschutz und die Ablehnung einer Wehrpflicht stehen auf der Forderungsliste.1 Zur Einordnung: Zur Generation Z zählen grob alle, die zwischen 1995 und 2010 geboren sind.1
Bundesweit rechnen die Organisatoren mit über 150.000 Teilnehmern in 32 Städten. Für NRW haben auf der Aktions-Homepage rund 44.000 Menschen angekündigt, in zehn Städten dabei zu sein – das Ganze ist aber unverbindlich. Laut offiziellen Polizei-Anmeldungen sind landesweit mindestens 20.000 Teilnehmer realistisch.1 Erwartet werden Kundgebungen unter anderem in Aachen, Bielefeld, Bonn, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gladbeck, Köln und Wuppertal – wobei nicht überall offiziell angemeldet wurde.1 Köln liegt klar vorn: Hier ist ein Aufzug mit rund 15.000 Teilnehmern angekündigt.1
Ganz klar ist das nicht. Das Impressum der Aktions-Website wurde innerhalb einer Woche zweimal geändert. Laut Polizei haben in den meisten NRW-Städten Privatpersonen die Proteste angemeldet.1 Die Landesschülervertretung NRW unterstützt die Forderungen, während sich die Bundesschülervertretung wegen der unklaren Strukturen distanziert und eigene Proteste plant.1 Ministerpräsident Hendrik Wüst appellierte: „Bleibt friedlich und respektvoll“ – zeigte aber auch Verständnis für die Anliegen der jungen Generation.1
Die Bilder gewalttätiger Jugendproteste aus Frankreich hat jeder im Kopf. Das NRW-Innenministerium geht aber nicht von vergleichbaren Ausschreitungen aus. Trotzdem schließt man nicht aus, dass linke oder auslandsbezogene Extremisten die eigentlich friedlichen Schülerproteste unterwandern könnten.1 Konkrete Hinweise auf geplante Gewalt liegen der Polizei aktuell nicht vor.1
Innenminister Herbert Reul hat trotzdem eine harte Linie gegen Krawallmacher angekündigt. Die Polizei schaut nicht nur auf die großen Städte wie Köln, sondern auch genau hin, wo in sozialen Netzwerken zu Provokationen aufgestachelt wird. Laut Verfassungsschutz mobilisieren auch Akteure aus dem linksextremistischen und auslandsbezogenen Spektrum.1
Die Polizei Köln bereitet einen Großeinsatz vor. Es gebe neben friedlichem Protest auch Hinweise auf Gewaltaufrufe einzelner Gruppen, unter anderem zu Brandstiftungen und Sachbeschädigungen.1 Auch der Einzelhandel reagiert: Auf der Düsseldorfer Königsallee wollen Juweliere und Modegeschäfte ihre Schaufenster leer räumen oder sogar komplett schließen – ganz nach dem Motto „Bei uns gibt’s nichts zu plündern“.1
Der 31. Oktober ist eben auch Halloween, und NRW zählte zwar bisher nicht zu den Hotspots für Ausschreitungen in dieser Nacht – trotzdem ist die Polizei mit erhöhten Kräften unterwegs. Reuls klare Ansage an Provokateure: Friedlich feiern oder demonstrieren ist okay, aber „an Halloween gelten Recht und Gesetz, wie an jedem anderen Tag“.1
Während sich NRW auf die Demos vorbereitet, laufen auch andere Ermittlungen im Land weiter. Erst kürzlich hatten wir in einem früheren Beitrag über einen Einbruch in Brilon berichtet, bei dem Unbekannte am helllichten Tag eine Wohnung am Amselweg ausräumten.2 Solche Taten reihen sich in eine ganze Serie ähnlicher Einbrüche im Hochsauerlandkreis ein – auch hier bleibt die Polizei auf Zeugensuche.2
Ob der 31. Oktober in NRW friedlich bleibt, weiß aktuell niemand genau – deshalb auch die „große Unbekannte“. Sicherheitsbehörden, Einzelhandel und Politik sind jedenfalls vorbereitet. Wer selbst zur Demo gehen will: Augen offenhalten, friedlich bleiben, und den Tag nicht für Randale nutzen. So wird’s am Ende für alle ein entspannterer 31. Oktober – egal ob beim Protestieren oder beim Gruseln.
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