Am 31. Oktober ruft „Gen Z steht auf“ in 21 Städten zu Demos auf, auch in sechs NRW-Städten. Die Polizei bereitet sich auf größere Einsätze vor.
Halloween wird dieses Jahr vielleicht nicht nur für Gruselkostüme und Süßigkeiten sorgen, sondern auch für jede Menge Trillerpfeifen. Die Initiative „Gen Z steht auf“ ruft für den 31. Oktober deutschlandweit zu Demos auf – und zwar in ganzen 21 Städten.1 Mit dabei sind auch sechs NRW-Städte: Köln, Düsseldorf, Bonn, Dortmund, Essen und Bielefeld.1
Worum geht’s? Um Themen, die echt viele junge Menschen beschäftigen: Bildung, ein bezahlbares Leben und die Ablehnung der Wehrpflicht stehen ganz oben auf der Liste.1 Auf der Website der Initiative kann man sogar live mitverfolgen, wie viele Leute sich für die jeweilige Demo angemeldet haben. Stand 21. Oktober, 11:40 Uhr, führt Köln mit 1.088 Interessierten knapp vor Bielefeld mit 1.059 Anmeldungen.1
Mitinitiator Akram Selo stellt klar: Es soll eine friedliche Demonstration werden. „Wir distanzieren uns klar von jeglicher Art von Gewalt“, sagte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.1 Selo ist laut Impressum der verantwortliche Betreiber der Website, wobei vor Ort jeweils die Anmelder und Anmelderinnen der einzelnen Versammlungen verantwortlich sind.1
In Düsseldorf gibt’s übrigens am selben Tag noch eine weitere Demo unter dem Motto „Sozialkürzungen – Solidarität mit Frankreich“, für die rund 100 Teilnehmende angemeldet sind. Ob die was mit „Gen Z steht auf“ zu tun hat, ist allerdings noch unklar.1 Die Polizei Düsseldorf hat aber schon mal angekündigt, bei Demos mit Frankreich-Bezug besonders wachsam zu sein, weil es da potenziell zu Ausschreitungen kommen könnte.1
Und genau da wird’s spannend: Die Sicherheitsbehörden bereiten sich auf größere Einsätze vor. Berlins Polizeisprecher Florian Nath erklärte, es gebe Bestrebungen, die Schülerproteste für eigene Interessen zu nutzen. „Das werden wir nicht zulassen“, so Nath. Die Polizei will genau hinschauen, ob es sich um legitime Proteste handelt oder ob jemand einfach nur die Halloween-Kulisse für andere Zwecke ausnutzen will.1
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin spricht sogar von einer „Großdemolage“. GdP-Landeschef Stephan Weh erklärte, dass man sich mit verschiedenen Szenarien beschäftige – auch weil die Bilder aus Frankreich für Sorge sorgen und an Halloween ohnehin gerne mal mit Pyrotechnik hantiert wird.1
Apropos Frankreich: Am Wochenende hatte es dort landesweite Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten gegeben, die von schweren Ausschreitungen und Plünderungen begleitet wurden. In mehreren Städten, unter anderem in Paris, mussten sogar Ausgangssperren verhängt werden.1
Diese Bilder werden auch in Deutschland stark wahrgenommen und in den sozialen Medien positiv kommentiert, heißt es aus Sicherheitskreisen. Linke Gruppen würden versuchen, die französischen Proteste für ihre eigene Mobilisierung zu nutzen.1
Ob die Proteste am 31. Oktober friedlich bleiben oder ob sich die Befürchtungen der Sicherheitsbehörden bewahrheiten, wird sich zeigen. Fest steht: In NRW wird in sechs Städten demonstriert, und die Polizei ist vorgewarnt. Wer selbst mitmachen will oder einfach wissen möchte, wie’s in der eigenen Stadt aussieht, findet auf der Website der Initiative alle aktuellen Zahlen und Infos.
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!