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Handwerker-Alarm in NRW: Kein Platz mehr für Werkstätten in der Stadt?
7. August 2026

Handwerksbetriebe in Köln verlieren ihre Flächen – und das spürst du als Kunde. Was Handwerkskammer-Präsident Radermacher jetzt fordert.

Update: Die Lage wird noch enger

Wir haben das Thema schon einmal aufgegriffen – aber jetzt gibt es neue Entwicklungen, die zeigen: Das Problem wird nicht kleiner, sondern größer. Thomas Radermacher, Präsident der Handwerkskammer zu Köln, schlägt erneut Alarm. Und diesmal mit konkreten Zahlen, die einem wirklich zu denken geben sollten.1

Mehr als 10.000 Betriebe – und kaum Platz

Kurz zur Einordnung: In Köln gibt es über 10.000 Handwerksunternehmen. Sie beschäftigen rund 60.000 Menschen und erwirtschaften jährlich etwa acht Milliarden Euro. Das Handwerk ist also keine Randerscheinung – es ist ein echtes wirtschaftliches Schwergewicht der Stadt.1

Und trotzdem: Wenn es um die Vergabe von Grundstücken und Flächen geht, steht das Handwerk laut Radermacher selten ganz oben auf der Liste. Wohnungen, Büros und soziale Einrichtungen bekommen den Vorzug – und Werkstätten? Die suchen sich einen neuen Platz. Oder hören auf zu suchen.1

35 Hektar gebraucht – weniger als 10 verfügbar

Hier kommt die Zahl, die alles auf den Punkt bringt: Die Handwerkskammer geht davon aus, dass Köln jedes Jahr rund 35 Hektar zusätzliche Gewerbefläche benötigt. Zuletzt waren weniger als zehn Hektar frei verfügbar. Das ist eine krasse Lücke – und sie wächst.1

Wer seinen Mietvertrag verliert, steht oft ohne Alternative da. Der Stadtrand klingt erstmal nach einer Lösung. Aber die Aufträge bleiben in Ehrenfeld, Nippes oder der Innenstadt. Der Monteur steht morgens trotzdem wieder im Stau – zurück zu den Kunden, die auf ihn warten.1

Stau kostet dich als Kunde bares Geld

Und genau da wird’s für uns alle spürbar. Radermacher rechnet es klar vor: Schon 45 Minuten Stau pro Tag können bei sechs oder sieben Gesellen Umsatzeinbußen von 100.000 Euro oder mehr im Jahr verursachen. Diese verlorene Zeit verschwindet nicht einfach. Entweder nimmt das Unternehmen weniger Aufträge an – oder es stellt die längeren Fahrzeiten in Rechnung. Zahlen muss am Ende der Kunde. Also du.1

Noch krasser: Manche Betriebe lehnen Aufträge schon ab, wenn ihre Monteure am Einsatzort nicht parken können. Kein Parkplatz – kein Handwerker. So einfach ist das.1

Was sich seit dem letzten Update getan hat

Es gibt aber auch einen kleinen Hoffnungsschimmer: Seit September 2024 gibt es auf der Venloer Straße in Köln eine Haltezone speziell für Handwerker, Pflege- und Lieferdienste. Neun weitere sollen folgen. Radermacher findet den Ansatz richtig – aber bei Weitem nicht ausreichend für eine Millionenstadt.1

Außerdem hat der Kölner Stadtrat im Februar 2025 ein Konzept für die produzierende Wirtschaft beschlossen, das auch neue Gewerbehöfe vorsieht. 61 solcher Standorte gibt es bereits, mit rund 9.500 Beschäftigten in etwa 950 Betrieben. Das klingt gut – aber freie Räume? Kaum zu finden. Die bestehenden Standorte sind stark ausgelastet.1

Die widersprüchliche Stadt

Was bleibt, ist ein ziemlich absurdes Bild: Das Handwerk wird überall gebraucht, soll aber möglichst nirgendwo stören. Die Werkstätten rücken nach draußen, die Kunden warten drinnen – und dazwischen steht der Monteur im Stau. Klassische Gewerbegebiete wie die Schanzenstraße verändern sich ebenfalls: Büros, Hotels und Dienstleister zahlen mehr Miete, machen weniger Lärm. Für Werkstätten und produzierende Betriebe wird es dadurch noch enger.1

Radermacher setzt Hoffnungen auf Oberbürgermeister Torsten Burmester, der wirtschaftsfreundlicher agieren wolle. Was das konkret bedeutet, muss sich aber erst noch zeigen. Denn die entscheidende Forderung des Handwerks bleibt klar: Die Interessen der Betriebe müssen von Anfang an mitgedacht werden – nicht erst dann, wenn die Werkstatt schon den Rückzug plant.1

Fazit: Kurze Wege sind keine Kleinigkeit

„Kurze Wege sparen auch dem Kunden Geld“ – dieser Satz von Radermacher bringt es auf den Punkt. Wenn Handwerksbetriebe immer weiter an den Stadtrand gedrängt werden, spüren wir das alle: längere Wartezeiten, höhere Preise, und irgendwann vielleicht gar keinen Handwerker mehr, der noch kommt. Das ist kein abstraktes Stadtplanungsproblem – das ist dein Alltag.1

Quellen

  1. Warum bald niemand mehr für Reparaturen zu Ihnen nach Hause kommen kann – 24Rhein


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