Hitzewelle in NRW: Rettungs- und Bestattungsdienste stoßen teils an Kapazitätsgrenzen. Fakten und Einordnung zur aktuellen Situation.
Die extreme Hitzewelle der vergangenen Woche hat in Nordrhein-Westfalen nicht nur Rettungsdienste, sondern auch Bestatter in einzelnen Regionen an ihre Belastungsgrenze gebracht. Besonders betroffen war der Raum Köln, wo es kurzfristig zu Engpässen beim Abtransport und bei der Unterbringung von Verstorbenen kam.
Nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums kam es im Raum Köln am Wochenende zu einem vorübergehenden Engpass beim Abtransport von Leichen. In Leverkusen gab es laut Bezirksregierung Köln am Samstag einen akuten Engpass bei der Unterbringung von Verstorbenen. Um schnelle Hilfe zu ermöglichen, vermittelte das Innenministerium Kontakte zu Notfallteams des Bundesverbandes der Bestatter, die u. a. der Stadt Leverkusen mindestens 30 zusätzliche Plätze anbieten konnten. In Köln konnte die örtliche Uniklinik Entlastung schaffen. (Süddeutsche Zeitung, Stern)
Die Polizei registrierte im Zeitraum von Freitag bis Sonntag in Köln etwa 120 Todesfälle – fast viermal so viele wie an einem gewöhnlichen Wochenende. Auch Leverkusen meldete zwischen Samstagmorgen und Sonntagmittag 19 Todesfälle. Dies führte zu einer kurzfristigen Überlastung der entsprechenden Strukturen (Tagesschau).
Das Bestattungsgesetz in NRW sieht vor, dass ein Leichnam spätestens 36 Stunden nach dem Tod in eine Leichenhalle überführt werden muss. Bei extremer Hitze kann eine schnellere Überführung zum Gesundheitsschutz notwendig sein. Eine gutes Netzwerk unter den Bestattern hat in den betroffenen Städten geholfen, Engpässe zu überwinden (Süddeutsche Zeitung).
Nach aktuellem Stand handelte es sich bei den berichteten Schwierigkeiten um sogenannte „solitäre Problemlagen“, nicht um ein flächendeckendes Problem. Die Versorgungsprobleme wurden lokal gelöst. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann betonte, dass weder bei Krankenhäusern noch im Gesamtsystem ein übergeordnetes Versorgungsproblem bestand (Süddeutsche Zeitung).
Ob tatsächlich eine Übersterblichkeit infolge der Hitzewelle vorliegt, lässt sich aktuell nicht mit Zahlen belegen. Laut Ministerium werden entsprechende Daten erst bis Herbst 2027 erwartet. Todesursachen, die einen Zusammenhang mit Hitzebelastung haben, werden meist nicht explizit als hitzebedingt erfasst, sondern nach dem jeweiligen Grundleiden. Die Behörden prüfen, ob stärkere Anpassungen oder Vorbereitungen für künftige Hitzewellen nötig sind (Süddeutsche Zeitung).
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