Angst vor Datenklau bremst viele NRW-Firmen bei KI: Eine Dortmunder Studie zeigt, warum Datenschutz zur größten Hürde beim KI-Einsatz wird.
Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Alltag in vielen Betrieben. Trotzdem zögern gerade kleinere Firmen noch, wenn es um den konkreten Einsatz geht. Der Grund: Angst vor Datenklau und unklare rechtliche Lage. Wie eine aktuelle Studie der Wirtschaftsförderung Dortmund zeigt, ist das Thema gerade in NRW hochaktuell.
Von Juni bis August 2026 hat die Wirtschaftsförderung Dortmund mehr als 500 Unternehmen zu ihrem Umgang mit KI befragt. Das Ergebnis: 80 Prozent sehen in KI eine Chance für ihr Geschäftsmodell, 77 Prozent sagen sogar, die Chancen überwiegen klar gegenüber den Risiken. Nur 21 Prozent befürchten eher ein Risiko für ihre Branche. Klingt erstmal super, oder? Aber ganz so easy ist es dann doch nicht.
Die Studie teilt die Unternehmen in vier Gruppen ein: Ein Drittel gilt als „Starter“, bei denen KI noch keine feste Rolle spielt. Ein weiteres Drittel zählt zu den „Experimentern“, die erste Schritte gewagt haben. 16 Prozent sind schon „Adopter“, die KI systematisch einsetzen, und 14 Prozent sogenannte „Skalierer“, die komplett auf KI-gestützte Geschäftsmodelle setzen. Heike Marzen, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Dortmund, bringt es auf den Punkt: Dortmund sei „bereit für KI und voll in Bewegung“.
Und genau hier kommt die Angst ins Spiel, die viele Firmen bremst. Als größte Herausforderungen nennen die befragten Unternehmen rechtliche, datenschutzbezogene und sicherheitsrelevante Anforderungen – noch vor fehlender Expertise der Mitarbeitenden. Auch die eigene Datenqualität macht vielen Betrieben Sorgen.
Besonders spannend: Rund 80 Prozent der Unternehmen legen Wert darauf, dass die genutzte KI ihre Daten in Deutschland oder zumindest innerhalb der EU speichert. Digitale Souveränität ist also kein abstraktes Schlagwort mehr, sondern eine knallharte Entscheidungsgrundlage, wenn es um KI-Tools geht. Jens Spitczok von Brisinski, Business Area Lead Public Services bei der Adesso SE, ordnet einen anderen Aspekt der Studie ein: 24 Prozent der Unternehmen geben an, keine gute Datenbasis für KI-Lösungen zu haben – was im Umkehrschluss heißt, dass immerhin 76 Prozent diese Basis bereits besitzen.
Trotz aller Vorsicht setzen die Unternehmen KI schon fleißig ein. 84 Prozent der KI-nutzenden Betriebe nennen Effizienzsteigerung als wichtigsten Treiber, 38 Prozent erhoffen sich dadurch Kosteneinsparungen. Besonders beliebt: internes Wissensmanagement sowie Kommunikation und Content – hier nutzen jeweils mehr als drei Viertel der Unternehmen bereits KI-Tools. 44 Prozent lassen sich bei Entscheidungen unterstützen, etwa bei Absatzprognosen, und 40 Prozent automatisieren Prozesse wie Bestellungen oder Rechnungsabläufe.
In der Industrie ist die Offenheit sogar noch größer: Laut Studie sehen dort 94 Prozent der Unternehmen in KI eine echte Chance. Dominik Stute von der IHK zu Dortmund findet das besonders spannend, weil Dortmund eben nicht nur IT-Standort, sondern auch klassischer Industriestandort ist.
Wer gerade über eine Existenzgründung nachdenkt, kommt am Thema KI künftig kaum noch vorbei – egal ob fürs Wissensmanagement, die Kundenkommunikation oder interne Prozesse. Die IHK Nord Westfalen bietet dazu umfangreiche Beratung für angehende Gründerinnen und Gründer, etwa zu rechtlichen Voraussetzungen, Fördermöglichkeiten oder der passenden Geschäftsidee. Gerade beim Thema Datenschutz und rechtlichen Rahmenbedingungen lohnt sich also ein genauer Blick, bevor man KI-Tools fest in den eigenen Betrieb integriert.
Klar ist: Die Angst vor Datenklau ist kein Hirngespinst, sondern ein ernstzunehmender Faktor, der viele Firmen bei der KI-Nutzung bremst. Gleichzeitig zeigt die Dortmunder Studie, dass die Chancen für die meisten Unternehmen trotzdem überwiegen – wenn Datenschutz und Sicherheit von Anfang an mitgedacht werden.
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