In Köln-Merkenich liegen 10.000 Euro für einen neuen Spielplatz bereit – doch die Stadt blockiert. Jetzt mischt sich die Bezirksvertretung Chorweiler ein.
Wir hatten euch bereits über Kölns Weg zur Schwammstadt berichtet und darüber, wie wichtig grüne, lebendige Flächen für die Stadt und ihre Viertel sind. Jetzt gibt es ein konkretes Beispiel aus Köln-Merkenich, das zeigt, wie schwierig es manchmal ist, genau solche Flächen aufzuwerten – selbst wenn das Geld dafür bereits auf dem Tisch liegt.
In Merkenich gibt es für Kinder schlicht kaum öffentliche Spielmöglichkeiten. Der Spiel- und Bolzplatz an der Merkenicher Hauptstraße ist die einzige größere Fläche im Viertel, die Kindern zur Verfügung steht. Klingt erstmal okay – aber ein Blick auf die Ausstattung ernüchtert schnell: Ein einsames Klettergerüst, ein Balancierparcours und eine kleine Wippe auf einer krautigen Grasfläche. Der Großteil der Fläche wird außerdem von einem Bolzplatz eingenommen. Für die jüngeren Kids bleibt da nicht viel übrig.1
Der Merkenicher Bürgerverein hat das Problem erkannt und selbst angepackt. Vorstandsmitglied Gerd Kuhnke-Gase hat die Rhein-Energie in mehreren Gesprächen davon überzeugt, insgesamt 10.000 Euro für ein neues Spielgerät bereitzustellen. Eigentlich eine Erfolgsgeschichte – wäre da nicht die Stadtverwaltung.1
Das Jugendamt lehnte das Vorhaben ab. Der offizielle Grund: „bauliche Begebenheiten“. Konkret gemeint ist die Nähe zum Deichwall, der die Spielplatzfläche nach Osten hin begrenzt. Deichschutzvorschriften und eine im Erdreich verlegte Folie sollen eine Erweiterung unmöglich machen. Vorstandsmitglied Bruno Klais bringt die Frustration des Vereins auf den Punkt: „Leider hat uns das Jugendamt keinen anderen Weg aufgezeigt, wie sich die Situation verbessern ließe.“1
Jetzt kommt Bewegung in die Sache – und zwar von der Bezirksvertretung Chorweiler. Die SPD-Fraktion hat einen Antrag gestellt, der die Ablehnung der Verwaltung als „nicht nachvollziehbar“ bezeichnet. Das Argument: Auf dem Spielplatz stehen ja bereits Geräte – warum soll ein weiteres plötzlich nicht möglich sein? Die Entscheidung bedürfe laut SPD einer „abschließenden Klärung“.1
Der Antrag fordert die Verwaltung auf, entweder die notwendigen Voraussetzungen für ein zusätzliches Spielgerät zu schaffen oder klar darzustellen, welche Maßnahmen dafür nötig wären. SPD-Politiker Julian Meyer macht dabei deutlich, worum es ihm geht: „Es ist schon sehr schade, dass die Verwaltung nicht darauf eingeht, wenn Bürgerinnen und Bürger selbst etwas zur Verfügung stellen wollen.“ Der Antrag wurde mehrheitlich beschlossen.1
Die 10.000 Euro liegen bereit, der Wille der Bürgerinnen und Bürger ist da – und trotzdem steckt das Projekt im Behördendschungel fest. Der Ball liegt jetzt bei der Verwaltung: Sie muss liefern, entweder eine Lösung oder zumindest eine transparente Erklärung, warum es wirklich nicht geht. Für die Kinder in Merkenich bleibt zu hoffen, dass die Antwort nicht zu lange auf sich warten lässt. Wir halten euch auf dem Laufenden – stay tuned auf antenne.nrw!
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