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Kölner Bootshaus liegt auf Grund: Rhein-Niedrigwasser trifft das Sürther Bootshaus mit voller Wucht
4. August 2026

Das Sürther Bootshaus in Köln liegt beim Rhein-Niedrigwasser auf Grund – mit acht Prozent Schräglage und Rissen in den Wänden.

Das schiefe Kölschglas sagt alles

Ein leeres Kölschglas auf den Tisch legen und beobachten, wie es einfach losrollt – so einfach lässt sich die aktuelle Lage im Sürther Bootshaus auf den Punkt bringen. Rund acht Prozent Schräglage hat das schwimmende Restaurant im Kölner Süden derzeit, wie Küchenchef Jörg Blöck erklärt.1 Der Grund für die schiefe Lage: Der Rhein zieht sich zurück – und das Bootshaus liegt in Teilen wieder auf Grund. Das, obwohl der Bereich zuletzt ausgebaggert wurde.

In einem früheren Beitrag haben wir bereits berichtet, wie der Rhein-Pegel in Köln am 1. August 2026 mit 68 Zentimetern einen historischen Tiefstand erreicht und damit den alten Rekord von 69 Zentimetern aus dem Oktober 2018 gebrochen hat.2 Seitdem hat sich die Situation kaum entspannt – am Dienstag, dem 4. August, lag der Pegelstand bei 69 Zentimetern.1

Kochen auf Schieflage: Alltag im Bootshaus

Was sich zunächst witzig anhört, ist für das Team des Sürther Bootshauses echter Arbeitsalltag. „Man sieht es bei uns in der Küche in der Pfanne, dass wir praktisch das Öl nur noch auf einer Seite haben“, sagt Küchenchef Jörg Blöck.1 Dazu kommen Türen, die sich schlechter schließen lassen, und ein allgemeines „ein bisschen krumm, ein bisschen schief“-Gefühl an Bord.

Besonders alarmierend: Die Risse in den Wänden, die sich bereits im Sommer 2022 während einer ähnlichen Niedrigwasserphase gebildet hatten, sind laut Blöck inzwischen wieder zurück.1 Sinkt der Pegel noch weiter, droht das Worst-Case-Szenario: „Dann liegen wir komplett auf“, so der Küchenchef.

Trotzdem geöffnet – Stammgäste finden’s spannend

Den Betrieb einstellen? Kommt nicht infrage! Das Sürther Bootshaus hat weiterhin ab 15 Uhr geöffnet, die Küche startet um 16 Uhr. Dienstags und mittwochs ist Ruhetag.1 Und die Stammgäste? Die nehmen die schiefe Lage mit Humor. „Das ist irgendwie spannend, wie ein kleines Abenteuer“, zitiert die Kölnische Rundschau einen Kunden.1

Entspannter ist die Situation bei anderen Kölner Bootshäusern: Die Alte Liebe hat noch ausreichend Wasser, und auch das Bootshaus Albatros schwimmt noch regulär im Rhein.1

Keine Entspannung in Sicht

Das Niedrigwasser trifft nicht nur Köln – auch andere NRW-Regionen wie Duisburg-Ruhrort sind betroffen, und der Schiffsverkehr leidet unter stark reduzierter Ladekapazität.2 Ergiebiger Regen, der den Rhein wieder ansteigen lassen könnte, ist laut aktueller Vorhersage vorerst nicht in Sicht.1 Für das Sürther Bootshaus und seine Crew heißt das: weiter improvisieren, weiter schräg kochen – und hoffen, dass der Rhein bald wieder Fahrt aufnimmt.

Quellen

  1. Niedrigwasser im Rhein – Kölner Bootshaus liegt auf Grund – Kölnische Rundschau
  2. Rhein-Pegel in Köln bricht historischen Rekord – So niedrig war’s noch nie! – Antenne NRW


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