Korruptionsaffäre um Bonner Polizist: Daten an Drogenmilieu verkauft, Verbindung zum Kölner Drogenkrieg.
Die Polizei Bonn ist von einer schweren Korruptionsaffäre betroffen: Ein Bonner Polizeikommissar steht im Verdacht, in mehreren Dutzend Fällen Daten an das Rauschgiftmilieu weitergegeben zu haben. Nun zeigen sich enge Verbindungen zum Kölner Drogenkrieg.
Nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeiger soll ein 26-jähriger Polizeikommissar 2023 und 2024 mindestens 78-mal das polizeiliche Informationssystem ViVA genutzt haben, um Daten zu beschaffen, die er an Personen im Drogenmilieu weiterleitete. Auch zentrale Mitglieder einer Kölner Drogenbande waren betroffen.
Die weitergegebenen Informationen spielten auch im Umfeld heftiger Gewalt in Köln eine Rolle. Im Jahr 2024 machte eine Drogenbande mit brutalen Taten auf sich aufmerksam: Um 350 Kilogramm geraubtes Marihuana mit einem Wert von etwa 1,5 Millionen Euro zurückzuholen, verübte die Gruppe Sprengstoffanschläge, Geiselnahmen und Mordversuche.
Nach ausgewerteten Chatverläufen hatte der beschuldigte Beamte enge Kontakte zu den Kriminellen. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen Bestechung, Strafvereitelung im Amt und Verrats von Dienstgeheimnissen. Die Ermittlungen stehen laut Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer kurz vor dem Abschluss. Zudem richtet sich das Verfahren inzwischen auch gegen einen weiteren Polizeikommissar, der mutmaßlich auf Veranlassung des Hauptverdächtigen eine falsche Strafanzeige gefertigt hat. Der Verteidiger des 26-Jährigen äußerte sich nicht.
Korruption im Polizeiapparat gilt als besonders schwerwiegend, da sie das Vertrauen in den Rechtsstaat untergräbt und organisierte Kriminalität stärken kann. Der aktuelle Fall zeigt, wie eng behördliche Strukturen und das kriminelle Drogenmilieu verknüpft sein können. Gerade in NRW mit seiner großen urbanen und multikulturellen Struktur werden Ermittlungen gegen interne Polizeikriminalität besonders aufmerksam verfolgt.
Die Ermittlungen im Fall des Bonner Polizeikommissars stehen laut Staatsanwaltschaft unmittelbar vor dem Abschluss und eine Anklage wird erwartet. Währenddessen arbeiten die Behörden an Konsequenzen und Präventionsmaßnahmen, um zukünftige Korruptionsfälle besser zu verhindern.
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