Ein Fotograf aus Wiehl spürt seit Jahren Lost Places wie Bunker und Bergwerke in NRW und Europa auf. Wie er dabei vorgeht, zeigt dieser Beitrag.
Verlassene Bunker, geflutete Bergwerke, alte Krankenhäuser – solche Orte nennt man Lost Places. Ein Fotograf aus Wiehl hat sich genau darauf spezialisiert. Wie oberberg-aktuell.de berichtet, hält Kim Brosien aus Marienhagen seit rund sieben Jahren fotografisch vergessene Orte fest und hat in dieser Zeit etwa 16.000 Fotos gemacht.
Bevor Brosien einen Lost Place überhaupt betritt, steckt laut oberberg-aktuell.de viel Recherche dahinter: das Studium topografischer und historischer Karten sowie Gespräche über die Geschichte der jeweiligen Orte. Auch mit Kreis- und Stadtarchiven stand er demnach schon in Kontakt. Wichtig sei es zudem, vorher die Besitzverhältnisse zu klären – ein illegales Betreten von privatem Grund sei nicht anzuraten und könne Konsequenzen nach sich ziehen, heißt es in dem Bericht.
Hauptberuflich arbeitet Brosien nach Angaben von oberberg-aktuell.de als Abwassermeister im öffentlichen Dienst im Märkischen Kreis. In seiner Freizeit stöbert er demnach Bunker und Stollen auf und hat auch im Siegerland bereits alte Bergwerke fotografiert. Seine Touren führen ihn aber auch über die Region hinaus: Laut dem Bericht hat er Schlösser in Frankreich und Stollen in Ungarn fotografiert und plant aktuell, in Italien weitere verlorene Orte zu finden.
Zu den Funden zählen laut oberberg-aktuell.de unter anderem ein voll eingerichteter Lazarettbunker der Sowjets aus der Zeit des Kalten Krieges in Ungarn, ein geflutetes Bergwerk im Olper Raum mit einer Inschrift ehemaliger „Hauer“ und „Steiger“ sowie ein stillgelegtes, mehrere Kilometer langes Bergwerk in Thüringen, in dem Maschinen und Kleidung bis heute verblieben sind.
Seine Fototouren führen teilweise in unwegsames Gelände, finden aber laut oberberg-aktuell.de nie ohne Absicherung statt. Es gebe stets eine Kontaktperson, die wisse, wo Brosien sich gerade aufhält und wie lange das geplante Zeitfenster für die Aufnahmen dauert – meist bis in die Abendstunden hinein, da diese Zeit mehr Ruhe biete.
Nach eigenen Angaben, die oberberg-aktuell.de wiedergibt, bearbeitet Brosien seine Bilder im Anschluss behutsam, um die Atmosphäre der Orte nicht durch zu starke Bearbeitung zu zerstören. Den Umgang mit Kamera, Filtern und Bearbeitungsprogrammen habe er sich selbst beigebracht. Rund 12.000 Menschen folgen ihm dem Bericht zufolge inzwischen auf Facebook und Instagram, wo er seine Fotos mit erklärenden Texten teilt.
Laut oberberg-aktuell.de hat Brosien beobachtet, dass seit der Corona-Pandemie immer mehr Menschen unterwegs sind, um Lost Places zu fotografieren. Dennoch gebe es weiterhin unentdeckte Orte – man müsse beim Wandern nur einen Blick für entsprechende Hinweise haben.
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