Mieten in Deutschland steigen wieder schneller: Düsseldorf und Berlin führen die Entwicklung an. Alle Zahlen zu Großstädten, Bestand und Neubau im Überblick.
Checkt mal eure Miete, denn da tut sich gerade einiges. Laut dem Kiel Institut für Weltwirtschaft sind die Angebotsmieten in deutschen Städten im dritten Quartal 2026 wieder deutlich schneller gestiegen als zuletzt. Bundesweit ging es im Schnitt um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal nach oben. Das ist laut dem GREIX-Mietpreisindex des Kiel Instituts der stärkste Quartalsanstieg seit Anfang 2025.
Besonders spannend für uns in NRW: Düsseldorf gehört zu den Städten, die richtig Gas geben. Im Quartalsvergleich stieg die Miete dort um 2,0 Prozent, nur Berlin lag mit 2,1 Prozent noch knapp davor. München (+1,4 Prozent) und Hamburg (+1,3 Prozent) folgen dahinter. Im Jahresvergleich mischt Düsseldorf mit einem Plus von 5,4 Prozent sogar ganz oben mit, zusammen mit Hamburg (+6,7 Prozent) und Köln (+5,4 Prozent).
Beim reinen Preisniveau bleibt München unangefochten die teuerste Stadt mit durchschnittlich 23,70 Euro pro Quadratmeter. Dahinter folgen Frankfurt am Main (17,90 Euro), Hamburg (16,50 Euro) und Stuttgart (16,40 Euro). Köln (16,00 Euro) und Berlin (15,80 Euro) bilden das obere Mittelfeld, Düsseldorf liegt bei 15,10 Euro. Leipzig ist unter den acht größten Städten mit 10,40 Euro am günstigsten.
Auch außerhalb der großen Acht tut sich einiges: In Hamm, Mannheim und Bochum stiegen die Mieten im Quartalsvergleich besonders kräftig, nämlich um über 2 Prozent. Günstiger wurde es dagegen in Wiesbaden, Bonn und Mönchengladbach, wo die Mieten leicht sanken.
Interessant ist, wer hier eigentlich den Preisanstieg antreibt: Es sind die Bestandswohnungen, nicht die Neubauten. Laut GREIX stiegen die Mieten im Bestand im Jahresvergleich real um 0,7 Prozent, während Neubauwohnungen nur um 0,3 Prozent zulegten. Projektleiter Jonas Zdrzalek vom Kiel Institut erklärt dazu, dass Neubauwohnungen in Großstädten zu den teuersten Angeboten am Markt gehören und deshalb nur noch für einen kleineren Kreis an Mieter:innen infrage kommen. Das zeigt sich auch an der Vermarktungsdauer: Neubauwohnungen in den acht größten Städten bleiben im Schnitt rund 14 Tage länger inseriert als Bestandswohnungen.
Wer jetzt denkt, dass das nur ein kurzfristiger Ausreißer ist, sollte sich die längerfristige Entwicklung anschauen. Nach einer Antwort der Bundesregierung verlangen Vermieter in Großstädten heute im Schnitt 43 Prozent mehr als vor zehn Jahren, wie buerger-geld.org berichtet. In Berlin liegt das Plus sogar bei 69 Prozent, in Leipzig bei 67 Prozent. Und auch der Abstand zwischen Alt- und Neuvertrag wächst spürbar: Laut Schätzung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung lagen die inserierten Wiedervermietungsmieten 2025 bundesweit um 43 Prozent über den Bestandsmieten.
Dabei trifft es längst nicht mehr nur die Metropolen. Auch auf dem Land ziehen die Mieten kräftig an: In Landkreisen stiegen die Neuvertragsmieten laut JLL zuletzt um 4,8 Prozent, stärker als in den großen Städten. Trotzdem bleibt Wohnen dort beim Preisniveau weiterhin günstiger, dünn besiedelte ländliche Kreise lagen 2025 im Mittel bei 8,64 Euro pro Quadratmeter, große Großstädte dagegen bei 14,00 Euro.
Egal ob ihr in Düsseldorf, einer anderen NRW-Großstadt oder auf dem Land unterwegs seid: Wer gerade auf Wohnungssuche ist, merkt den Trend direkt im Geldbeutel. Die Mietpreisbremse wurde zwar bis Ende 2029 verlängert, und eine weitere Mietrechtsreform ist laut dem Deutschen Mieterbund bereits im parlamentarischen Verfahren. Bis die aber greift, bleibt es vor allem in gefragten Lagen wie Düsseldorf spannend, wie sich die Mietpreise weiterentwickeln.
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