Monheim kämpft mit einer neuen Taskforce gegen illegale Müllkippen im Berliner Viertel und in Baumberg – mit Kontrollen, Bußgeldern und Kameras.
Kaputte Sofas, rostige Kühlschränke, kaputtes Spielzeug und sogar Essensreste: Im Berliner Viertel und in Baumberg in Monheim stapelt sich der illegale Sperrmüll auf den Gehwegen. Wie der WDR berichtet, klagen Anwohner wie Frank Seidel schon länger über die Situation. Essensreste auf dem Müllhaufen ziehen sogar Ratten an. Teilweise sollen laut WDR-Bericht sogar Laster aus anderen Städten anrollen, um hier ihren Unrat loszuwerden.
Für die Mitarbeitenden der Awista Düsseldorf und der Städtischen Betriebe in Monheim ist das mittlerweile Alltag: Kaum ist eine Ecke sauber, liegt woanders schon wieder neuer Müll. Laut Monheim.de ist mittlerweile fast das komplette Team der Städtischen Betriebe donnerstags im Berliner Viertel im Dauereinsatz, die Awista übernimmt dienstags und mittwochs in der Woche drauf. Trotzdem wird laut Oliver Pelke, Leiter der Städtischen Betriebe, „zu jeder Zeit überall“ neuer Müll abgestellt.
Damit soll jetzt Schluss sein. Die Stadt Monheim hat eine Taskforce Müll ins Leben gerufen, die sich bereichsübergreifend mit dem Problem beschäftigt, laufende Maßnahmen überprüft und bei Bedarf nachjustiert. Seit dem Frühjahr dieses Jahres wurden laut Stadt Monheim bereits 56 Fälle illegaler Müllentsorgung bearbeitet, bei denen genug Verdacht für weitere Ermittlungen vorliegt.
Philipp Maibaum, Leiter des Kommunalen Ordnungsdienstes, erklärt laut Monheim.de, dass viele Müllsünder unbewusst Spuren hinterlassen, denen die Mitarbeitenden nachgehen können. Außerdem kommen viele Hinweise aus der Nachbarschaft selbst, da Anwohner und Passanten die Vermüllung nicht länger hinnehmen wollen.
Bürgermeisterin Sonja Wienecke setzt sowohl auf konsequente Strafverfolgung als auch auf den Appell an die Gemeinschaft. „Ich habe mit vielen gesprochen, die sich nicht mehr trauen, Besuch zu empfangen, weil sie sich so schämen“, wird sie vom WDR zitiert. Nach ihren Angaben soll niemand mit dem Problem allein gelassen werden, gleichzeitig müssten alle mit anpacken.
Wienecke nimmt dabei auch das Immobilienunternehmen LEG in die Pflicht. Laut Monheim.de gebe es im Berliner Viertel keine Hausmeister mehr vor Ort, Termine für die Sperrmüllabfuhr seien zuletzt nur noch online statt im Hausflur zu finden gewesen. Rund 80 Prozent der betroffenen Flächen gehören laut Oliver Pelke ohnehin nicht der Stadt, sondern privaten Eigentümern.
Das regelmäßige Abfahren allein reicht offenbar nicht aus, um das Stadtbild dauerhaft zu verbessern. Trotzdem soll der enge Rhythmus beibehalten werden, denn der wild abgelegte Müll kann laut Stadt Monheim sogar Menschenleben gefährden, etwa wenn Feuerwehrzufahrten und Aufstellflächen zugestellt werden.
Deshalb prüft die Taskforce inzwischen weitere Maßnahmen: Eine Kameraüberwachung bestimmter Bereiche wird laut WDR nicht mehr ausgeschlossen. Außerdem schaut sich die Stadt das Konzept der „Mülldetektive“ an, das bereits in anderen Städten wie Mönchengladbach zum Einsatz kommt. Zusätzlich sollen laut Monheim.de Warnschilder aufgestellt und die Abfuhrtermine wieder sichtbar in den Hausfluren ausgehängt werden.
Wie hoch die Bußgelder künftig ausfallen, hat die Stadt Monheim bislang nicht mitgeteilt. Klar ist aber: Mit der neuen Taskforce will Monheim dem illegalen Sperrmüll-Problem im Berliner Viertel und in Baumberg strukturiert und langfristig den Kampf ansagen – mit Kontrollen, Bußgeldern und der Hilfe aus der Nachbarschaft.
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