Weserbrücke in Höxter: Abriss und Neubau bis 2036 beschlossen. Alle Fakten zum Projekt, Risiken & Kosten im Überblick.
Die marode Weserbrücke in Höxter wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Bis spätestens 2036 soll die neue Brücke fertig sein. Die bisherige Sanierungsoption kommt wegen hoher Risiken und fehlender Nachhaltigkeit nicht mehr infrage. Die Entscheidung betrifft den gesamten regionalen Straßenverkehr und insbesondere den Schwerlastverkehr.
Ein mehrjähriges Prüfverfahren durch Fachleute von Straßen.NRW und dem Verkehrsministerium zeigte: Eine Sanierung der 1956 erbauten Spannbetonbrücke ist technisch und finanziell zu risikoreich. Reparaturen könnten die Statik schwächen und zu jahrelangen Vollsperrungen führen. Stattdessen wird ein vollständiger Neubau angestrebt. Bis zur Fertigstellung bleibt die alte Brücke – mit Gewichtsbeschränkung auf 3,5 Tonnen – weiter in Betrieb. Fahrzeuge darüber dürfen sie nicht passieren.
Im Jahr 2022 wurden rund 4,8 Millionen Euro für eine Ertüchtigung der Brücke investiert, darunter ein zusätzlicher Pylon und Seilverankerungen. Kurz darauf zeigten sich zahlreiche Risse, und eine erneute Sperrung für Lastwagen folgte. Ein externes Gutachten bestätigte, dass die Tragwerksberechnungen nicht ausreichend waren. Die Investitionen hatten nachträglich keinen nachhaltigen Effekt.
Der Ersatzneubau der Weserbrücke ist Teil der Landesstraße L 755, einem wichtigen Verkehrsweg. Die neue Brücke wird wieder für den Schwerverkehr (bis zu 40 Tonnen) ausgelegt. Damit wird die Durchfahrt durch Höxter künftig wieder für Lkw möglich. Stadt und Kreis Höxter werden eng in die Planung einbezogen, ebenso werden Lärmschutz und Verkehrsführung diskutiert. Auch die nahe verlaufende Bahnstrecke Paderborn–Höxter–Holzminden wird berücksichtigt.
Die Kosten des Neubaus sind noch unklar, erwartete Schätzungen bewegen sich bei etwa 20 Millionen Euro oder mehr – zum Vergleich lag der Neubau in Beverungen 2023 bei rund 16,7 Millionen Euro, wobei Baupreise seither gestiegen sind. Bis zur Fertigstellung bleibt der Schwerlastverkehr aus der Innenstadt von Höxter herausgehalten, was für lokale Bewohner und Pendler Entlastung bedeutet.
Die Entscheidung findet breite Zustimmung. CDU-Landtagsabgeordneter Matthias Goeken betont die neue Planungssicherheit und die technische Herausforderung der Umsetzung. Debatten über eine zusätzliche Südbrücke oder eine Änderung der Straßenbaulast könnten im späteren Verlauf wieder aufkommen.
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