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Neuer Gewerbepark in Westhoven: Warum die Stollwerckstraße für Zündstoff sorgt
6. August 2026

In Westhoven entsteht ein neuer Logistik- und Gewerbepark – doch die Stollwerckstraße ist noch nicht fertig ausgebaut.

Spatenstich gemacht – aber die Infrastruktur? Noch lange nicht fertig

In Westhoven tut sich was: Dort, wo früher Stollwerck Schokolade produziert hat, entsteht gerade ein brandneuer Logistik- und Gewerbestandort. Die Firma Panattoni entwickelt auf einem rund 69.400 Quadratmeter großen Grundstück den sogenannten Panattoni Campus Köln Ost – bestehend aus dem Panattoni Park Köln Ost (Logistik) und dem City Dock Köln Ost (Gewerbe). Zusammen kommen die beiden Projekte auf mehr als 42.000 Quadratmeter Mietfläche. Klingt erstmal ziemlich beeindruckend, oder? Aber hinter den Kulissen brodelt es gewaltig – und das hat vor allem mit einer Straße zu tun.1

Die Stollwerckstraße: Noch nicht mal fertig ausgebaut

Was viele vielleicht nicht wissen: Die Stollwerckstraße, die künftig massiv mehr Verkehr aufnehmen soll, befindet sich laut Stadtverwaltung derzeit „nicht in einem endausgebauten Zustand“. Heißt konkret: Die Straße ist noch eine Baustelle – und ein Endausbau ist aktuell noch nicht mal geplant, weil dafür erst noch Grundstücke angekauft werden müssen.1

Angesichts der angespannten Haushaltslage fragt sich die SPD in der Bezirksvertretung Porz ganz offen, ob diese Ankäufe jemals stattfinden werden. SPD-Fraktionschefin Bettina Jureck bringt es auf den Punkt: Die Antwort der Stadtverwaltung rufe „mehr Fragen hervor, als dass sie tatsächlich Antwort gibt“.1

480 Lkw am Tag – und kaum Gehwege?

Ein Verkehrsgutachten prognostiziert künftig rund 1.150 Fahrzeuge täglich auf der Stollwerckstraße – davon allein etwa 480 Lkw. Das ist schon für sich genommen eine ordentliche Hausnummer. Noch brisanter wird’s, wenn man sich die tatsächliche Situation vor Ort anschaut: Im Bereich zwischen Kölner Straße und Am Westhovener Berg gibt es teils fehlende oder viel zu schmale Gehwege. Wie da die Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger gewährleistet werden soll, fragt die SPD völlig zu Recht.1

Außerdem: Der stark frequentierte Aldi-Markt an der Stollwerckstraße taucht in den Verkehrszahlen offenbar überhaupt nicht auf. Die Ein- und Ausfahrtsituation dort wurde bei den Planungen schlicht nicht berücksichtigt – zumindest deutet alles darauf hin. Jureck kritisiert das klar: Eine Erschließung über die Claudiastraße hätte den hinteren Bereich der Stollwerckstraße deutlich entlasten und gleichzeitig die Aldi-Situation entspannen können.1

Gutachten ohne eingehende Prüfung durchgewunken?

Besonders heftig ist der Vorwurf, den Bettina Jureck in den Raum stellt: Das vom Investor gelieferte Verkehrsgutachten sei in der Fachverwaltung „ohne eingehende Prüfung durchgewunken“ worden. Auch die CDU meldet Klärungsbedarf an – CDU-Fraktionschef Werner Marx gibt an, das Gutachten sei seiner Fraktion nicht bekannt und müsse erst vorgestellt werden.1

Noch ein weiterer Knackpunkt: Die Verwaltung erwartet, dass der gesamte Schwerlastverkehr künftig zu 100 Prozent nach Norden Richtung A4 abfließt. Jureck bleibt skeptisch – und fordert deshalb klare Beschilderung sowie entsprechende Auflagen an den Betreiber des Logistikstandortes. Zusätzlich soll die Ampelanlage an der Kölner Straße bei den Zufahrten zur A4 optimiert werden.1

Was jetzt passiert

Die SPD hat ihre Forderungen in einem offiziellen Antrag zusammengefasst – und die Bezirksvertretung Porz hat diesem Antrag zugestimmt. Das ist ein erstes politisches Signal. Ob die Infrastruktur rund um den neuen Panattoni Campus mit dem Wachstum Schritt halten kann, bleibt aber noch offen. Westhoven und ganz Porz dürfen gespannt bleiben, wie sich die Lage entwickelt.1

Quellen

  1. Neuer Logistik- und Gewerbepark: Unfertige Stollwerckstraße bringt Zweifel über künftige Infrastruktur in Westhoven – rundschau-online.de


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