Notdienstpraxen in NRW sorgen für Streit: Langenfeld und Ratingen protestieren gegen KV-Pläne. Verlängerung bis 2025.
Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein sorgt mit der Ankündigung von Praxisschließungen für massive Proteste in mehreren NRW-Städten. Besonders betroffen sind Langenfeld und Ratingen, wo sich Kommunalpolitiker und Bürger gegen die geplanten Maßnahmen wehren. Die Diskussion fügt sich in eine bundesweite Debatte über die Reform der Notfallversorgung ein.
Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hatte ursprünglich die Schließung der Notdienstpraxen in Ratingen und Langenfeld Ende November angekündigt. Nach heftigen Protesten wurde die Entscheidung teilweise revidiert: Die Praxen bleiben nun mindestens bis September 2025 in Betrieb. Diese Entwicklung zeigt die angespannte Situation in der ambulanten Notfallversorgung in NRW.
Die Stadt Langenfeld reagierte mit massivem Protest im Rathaus auf die Ankündigung der KV Nordrhein. Auch aus Ratingen kam scharfe Kritik an den Plänen. Der Ratinger Stadtrat beschloss sogar, einen Brief an den Gesundheitsminister zu schreiben und rechtliche Schritte gegen die KV zu prüfen.
Die Kritikpunkte der Kommunen sind vielfältig: Befürchtet wird eine weitere Überbelastung der Ambulanz am Krankenhaus Mettmann durch die Schließung in Ratingen. Lokalpolitiker wie Patrick Anders kritisieren besonders die schlechte Erreichbarkeit des neuen Standorts von Ratingen aus.
Die Diskussion um die Notdienstpraxen ist Teil einer bundesweiten Reform der Notfallversorgung. Dabei wird die einheitliche Rufnummer 116117 für Hilfe in akuten Fällen ausgebaut. Verschiedene Kassenärztliche Vereinigungen arbeiten an Neuausrichtungen ihrer Bereitschaftsdienste.
So plant die KV Niedersachsen bis Juli 2025 eine grundlegende Neuausrichtung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Die KV Nordrhein plant zum 1. Januar 2026 eine Neuorganisation des Fahrdienstes, bei der Hausbesuche im Bereitschaftsdienst künftig von Kooperationsärzten übernommen werden.
Die Situation im Kreis Mettmann steht exemplarisch für die Herausforderungen der ambulanten Notfallversorgung in NRW. Die Kommunen fühlen sich von der KV Nordrhein übergangen und fordern mehr Mitsprache bei der Gestaltung der medizinischen Versorgung vor Ort. Die temporäre Verlängerung bis September 2025 verschafft zwar eine Atempause, löst aber die grundlegenden Probleme nicht.
Die Krankenhausplanung des Landes NRW sieht zwar eine Stärkung bestimmter Bereiche vor, doch die praktische Umsetzung stößt auf erhebliche lokale Widerstände.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die KV Nordrhein und die betroffenen Kommunen eine einvernehmliche Lösung finden können. Die bundesweite Notfallreform wird die Rahmenbedingungen weiter verändern. Bis September 2025 haben alle Beteiligten Zeit, tragfähige Konzepte für die Zukunft der ambulanten Notfallversorgung in der Region zu entwickeln.
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