Polizei kontrolliert in Menden gezielt die Tuner- und Poser-Szene im Gewerbegebiet Hämmer: Ein BMW M3 wird sichergestellt, mehrere Verfahren laufen jetzt.
Wenn’s am Wochenende im Gewerbegebiet Hämmer in Menden richtig kracht, dann ist meistens nicht die Baustelle schuld, sondern die Tuner- und Poser-Szene. Die Polizei hat genau diese Szene seit Wochen im Visier und war auch am letzten Samstagabend wieder mit mehreren Kräften vor Ort1. Das Ergebnis: mehrere Straf- und Bußgeldverfahren und ein sichergestelltes Auto. Klingt nach einem richtig actionreichen Einsatz, oder?
Los ging’s mit einer KTM Duke. Den Beamten fiel direkt auf, dass die Maschine deutlich lauter klang, als sie sollte. Der Grund: Der sogenannte „dB-Eater“, also der Schalldämpfereinsatz, fehlte komplett1. Der 18-jährige Fahrer hatte dafür erstmal eine Ausrede parat – er habe das Teil unterwegs verloren. Ein Blick unter die Soziusabdeckung hat diese Story dann aber ziemlich schnell platzen lassen, denn genau dort lag das vermisste Bauteil. Die Polizei hat die Weiterfahrt untersagt, und jetzt bekommt nicht nur der 18-Jährige Post von der Bußgeldstelle, sondern auch sein Vater als Fahrzeughalter1.
Kurz danach wurde ein getunter VW Beetle mit auffälligem Heckspoiler kontrolliert. Die beiden Insassen hatten per Laptop an Steuerzeiten und Ladedruck des Turboladers rumgeschraubt und wollten das Ganze auf einer Probefahrt testen1. Problem dabei: Keiner von beiden hatte eine gültige Fahrerlaubnis. Der eigentliche Fahrzeughalter saß nur auf dem Beifahrersitz und hatte seinem Kumpel vertrauensvoll das Steuer überlassen. Der behauptete erst, seinen Führerschein zu Hause vergessen zu haben, musste nach gezielter Nachfrage aber zugeben, dass er gar keinen besitzt.
Der absolute Highlight-Fall war aber ein weißer BMW M3. Eine Geräuschpegelmessung ergab satte 104,8 dB – erlaubt gewesen wären gerade mal 92 dB1. Auch hier saß der 18-jährige Fahrer nur als Chauffeur hinterm Steuer, während der eigentliche Eigentümer auf dem Beifahrersitz selbst keine Fahrerlaubnis hatte. Für alle Schaulustigen gab’s dann noch ein echtes Spektakel: Der PS-starke BMW wurde vor den Augen zahlreicher Zuschauer auf einen Abschleppwagen geladen und sichergestellt1. Ein Gutachter soll jetzt genau dokumentieren, was an dem Auto alles manipuliert wurde. Die Polizei hat außerdem beim Straßenverkehrsamt eine Betriebsuntersagung angeregt, falls die Mängel nicht zeitnah behoben werden.
Die Polizei macht klar: Das war’s noch nicht. Weitere Kontrollen im Bereich „Hämmer“ sind bereits angekündigt1. Wer also mit frisiertem Motor oder ohne gültigen Führerschein unterwegs ist, sollte sich lieber zweimal überlegen, ob sich die Spritztour wirklich lohnt. Denn am Ende steht meistens nicht der große Auftritt, sondern ein Abschleppwagen und jede Menge Papierkram.
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