Ramadan-Streit an Schule in Kleve: Diskussionen rund ums Pausenbrot und Mobbing-Vorwürfe erschüttern NRW.
An der Joseph-Beuys-Gesamtschule in Kleve, Nordrhein-Westfalen, hat der islamische Fastenmonat Ramadan für hitzige Diskussionen unter Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Behörden gesorgt. Ausgangspunkt ist ein Streit um das Pausenbrot von Nicht-Fastenden während der Schulpausen.
Laut einem Bericht der BILD, auf den sich mehrere Medien beziehen, wurde Schülerinnen und Schülern von einer Lehrerin nahegelegt, sich beim Essen ihres Pausenbrots wegzudrehen, damit fastende muslimische Mitschüler nicht provoziert würden. In Chatverläufen sollen Vorfälle geschildert worden sein, bei denen Kinder mit ihrem Essen gezielt fastende Mitschüler provoziert hätten. Andererseits berichten Eltern, ihre Kinder seien auch von fastenden Schülerinnen und Schülern unter Druck gesetzt worden, ihr Pausenbrot wegzuwerfen oder ebenfalls zu fasten. Besonders brisant: Nach Angaben mehrerer Eltern hätten Schüler mit Migrationshintergrund „Würg- und Kotzgeräusche“ gemacht, wenn andere Kinder ihr Brot aßen.
Die Diskussion entflammte laut Berliner Kurier im Zuge des Fastenmonats Ramadan. Der Umgang mit religiöser Sensibilität und gegenseitiger Rücksichtnahme führte zu unterschiedlichen Sichtweisen im Schulalltag. Während einige Lehrkräfte zu rücksichtsvollerem Verhalten beim Essen aufriefen, berichten andere Eltern vom Vorwurf der Bevormundung und sogar von Mobbing durch Mitschüler.
Der Fall an der Klever Schule ist in Nordrhein-Westfalen nicht einzigartig, aber er hat eine Debatte um Respekt, Toleranz und das richtige Maß an Rücksichtnahme im multikulturellen Schulumfeld ausgelöst. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe reagiert und bestätigt, dass der Fall geprüft wird. Die Behörde steht dazu im Kontakt mit der Schulleitung (Focus).
Wie die zuständigen Behörden in Nordrhein-Westfalen weiter mit dem Konflikt an der Joseph-Beuys-Gesamtschule umgehen und welche Konsequenzen daraus folgen könnten, bleibt abzuwarten. Der Vorfall macht deutlich, wie wichtig ein sensibler Umgang mit unterschiedlichen religiösen Praktiken im Schulalltag ist. Weitere Entwicklungen werden von der Schulaufsicht und der Bezirksregierung begleitet.
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