Der Rheinpegel in Köln hat ein Allzeit-Rekordtief von 68 cm erreicht – mitten im Sommer. Was das für Schifffahrt, Tiere und NRW bedeutet, liest du hier.
Krasse Nachrichten aus Köln: Der Rheinpegel hat ein Allzeit-Rekordtief erreicht! Am Freitagabend, dem 31. Juli, wurde um 20 Uhr ein Wasserstand von gerade mal 68 Zentimetern gemessen – und das ist offiziell der niedrigste jemals in Köln gemessene Pegelstand. Eine Stunde später stieg er zwar wieder leicht auf 69 Zentimeter, aber der bisherige Negativrekord von ebenfalls 69 Zentimetern aus dem Oktober 2018 war da bereits geknackt.1
Und Köln ist nicht allein: Auch am Pegel Kaub in Rheinland-Pfalz sank der Wasserstand auf 25 Zentimeter – damit wurde nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Rhein ebenfalls der niedrigste dort je gemessene Pegelstand erreicht.1
Die Bundesanstalt für Gewässerkunde macht darauf aufmerksam, dass solche extremen Tiefstände normalerweise erst im Spätsommer oder Herbst auftreten – nicht schon Ende Juli. Dass es sich bereits jetzt so drastisch zuspitzt, halten Fachleute für außergewöhnlich. Schuld daran sind vor allem anhaltende Trockenheit und Hitze. Regionale Schauer könnten die Situation allenfalls kurzfristig etwas entspannen, mehr aber auch nicht.1
Die Auswirkungen des Niedrigwassers sind längst spürbar. Laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt können Schiffe nur noch eingeschränkt beladen werden: „Die Schifffahrt kann weniger zuladen, die Fahrten werden dadurch mit fallendem Pegel unwirtschaftlicher.“1 Das macht sich auch bei den Kölner Lichtern bemerkbar – der Schiffskonvoi war wegen des Niedrigwassers bereits stark beeinträchtigt.1
Aber nicht nur die Binnenschifffahrt hat ein Problem. Auch Tiere und Pflanzen im Rhein leiden unter den Bedingungen: Die hohen Wassertemperaturen setzen dem Ökosystem zusätzlich zu. Der Rhein steckt also gerade in einer echten Doppel-Belastung – zu wenig Wasser, zu viel Wärme.1
Die aktuelle Vorhersage für Köln deutet immerhin auf eine leichte Stabilisierung hin. Den Negativrekord konnte das allerdings nicht mehr verhindern. Ob sich die Lage nachhaltig verbessert, hängt stark davon ab, ob und wie viel Regen in den kommenden Wochen fällt. Bis dahin bleibt der Rhein auf einem historisch niedrigen Stand – und das mitten im Sommer.1
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