Der neue Dönerladen „Köyden
Stell dir vor, du fährst 200 Kilometer nur für einen Döner. Klingt übertrieben? Für den neuen Dönerladen „Köyden“ an der Friedrichstraße in Düsseldorf machen das tatsächlich echte Menschen. Und wenn du erst mal hörst, was da im Spieß steckt, verstehst du vielleicht warum.1
Die Friedrichstraße ist seit Jahren eine einzige Baustelle. Viele Händler haben dort schon das Handtuch geworfen. Trotzdem hat sich Sadik Kirkyasaroglu (32), gebürtig aus Mülheim, genau diese Adresse für seinen ersten eigenen Laden ausgesucht. Sein Motto: „Ich wollte es riskieren.“1
Bevor er seinen jetzigen Vermieter gefunden hat, kassierte er erst mehrere Absagen – aber aufgeben? Keine Option. „Ich wollte aber nicht aufgeben“, sagt der 32-Jährige. Seinen Vermieter lernte er dann zufällig bei einem Spaziergang über die Friedrichstraße kennen. Der gewährt ihm während der Bauarbeiten außerdem eine Mietminderung – ein echtes Glück.1
Die Arbeiten direkt vor dem Laden sollen in zwei bis drei Monaten erledigt sein. Die komplette Baustelle auf der Friedrichstraße hingegen soll laut Kirkyasaroglu erst 2028 fertiggestellt sein.1
Was den Betreiber noch besonderer macht: Sadik ist kompletter Quereinsteiger in der Gastronomie. Vorher hat er als Boxtrainer und Personal Coach gearbeitet. „Das Boxen und das Personal Coaching, das ist eine große Liebe. Und Döner ist eine andere Liebe. Ich habe beide Leidenschaften zu meinem Beruf gemacht“, erklärt er seinen ungewöhnlichen Weg.1
Seine Leidenschaft für Döner hat ihn früher schon quer durch die Republik getrieben – von Düsseldorf nach Berlin, Hamburg oder Frankfurt, nur um den besten Döner zu finden. In Düsseldorf, fand er, fehlte ein Laden, für den Menschen extra in die Stadt kommen. Den will er jetzt selbst bauen: „Ich will hier ein Exempel statuieren.“1
Das Geheimnis hinter dem Hype? Rib-Eye-Fleisch, also Entrecôte – eines der hochwertigeren Stücke vom Rind. Statt klassisch Kalb oder Hähnchen dreht sich bei „Köyden“ ein Spieß aus diesem edlen Cut.1
Und der Aufwand dahinter ist enorm: Kirkyasaroglu bestückt seinen Spieß jeden Abend nach Ladenschluss selbst. Rund sechs Stunden braucht er dafür. „Die Arbeit, die wir da reinstecken, ist gar nicht aufzuwiegen. Da müsste ein Döner eigentlich 40 oder 50 Euro kosten“, sagt er. Tatsächlich zahlt man bei „Köyden“ aber 12 Euro für 150 Gramm Entrecôte-Fleisch – möglich dank guter Lieferantenkontakte und großer Bestellmengen.1
Zum Vergleich: Ein klassischer Döner mit Kalb oder Hähnchen kostet in NRW im Schnitt etwa sieben bis acht Euro. 12 Euro ist also mehr – aber wer schon mal Rib-Eye gegessen hat, weiß: Da steckt auch mehr drin.1
Bereits eine halbe Stunde nach der Ladeneröffnung bildet sich laut Bericht an einem normalen Mittwoch eine erste größere Schlange. Andre (23), der bereits zum vierten Mal da war, urteilt kurz und knapp: „Der Döner ist eine Zehn von zehn.“1
Bei Google hat „Köyden“ bislang eine Bewertung von 4,8 Sternen bei 82 Rezensionen. Einige Gäste bezeichnen ihn sogar als den „besten Döner Düsseldorfs“. Vereinzelt gibt es auch kritische Stimmen – zu kleine Portionen oder der Fleischgeschmack komme nicht genug durch. Kirkyasaroglu selbst zeigt sich trotzdem mehr als zufrieden: „Es ist besser angekommen, als ich gedacht habe.“1
Seine Social-Media-Strategie kompensiert dabei die fehlende Laufkundschaft durch die Baustelle clever: Über Instagram und Co. spricht er gezielt neue Gäste an – und das mit offensichtlichem Erfolg.1
Wenn du das nächste Mal in Düsseldorf bist – oder einfach Lust auf einen echten Food-Trip hast – dann ist „Köyden“ an der Friedrichstraße definitiv einen Besuch wert. 200 Kilometer Anreise für einen Döner? Nach allem, was wir gelesen haben, klingt das gar nicht mehr so weit hergeholt.1
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