Rosenmontag 2026: Jacques Tillys Satire gegen Putin sorgt für Solidarität und klare Botschaften im NRW-Karneval.
Rosenmontag 2026 stand in den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz im Zeichen politischer Satire und klarer Botschaften. Besonders im Fokus: die Solidarität mit Wagenbauer Jacques Tilly, gegen den aktuell ein Verfahren der russischen Justiz läuft. Tilly reagierte mit markanten Karnevalswagen: In Düsseldorf war Wladimir Putin gleich mehrfach – teils sehr deutlich – Ziel der Satire.
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In Köln zog der größte Rosenmontagszug mit etwa 11.500 Teilnehmern, 60 Kapellen und 21 Persiflagewagen durch die Stadt. In Mainz startete der „Meenzer Fassenacht“-Zug trotz des weniger freundlichen Wetters pünktlich und mit großem Publikum. Die Düsseldorfer Karnevalszüge standen dieses Jahr ganz im Zeichen der Kontroverse um Jacques Tilly. In Düsseldorf wurde auf 13 Motivwagen Wladimir Putin allein dreimal thematisiert, unter anderem zusammen mit Donald Trump und als stechender Gegner der Satire.
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Die russische Justiz wirft dem Künstler Jacques Tilly unter anderem Verunglimpfung und Beleidigung russischer Streitkräfte vor. Tilly verarbeitete die juristische Verfolgung auf besonders provokante Weise: Ein Motivwagen zeigte einen grimmigen Putin, der einen kleinen Karnevalsnarren mit einem Schwert aufspießt. „Wir haben nur die Satire“, betonte Tilly, der von einem „Kampf mit ungleichen Mitteln“ sprach. Die Karnevalisten setzen auf „gewaltfreie, menschenrechtsorientierte Kritik“, die dennoch deutlich „wehtun“ könne.
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Die Solidarität mit Tilly war in Köln besonders sichtbar: Der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, befestigte am Tilly-Wagen das Motto „Mer all sin Tilly“ (Wir alle sind Tilly). Mitglieder des ukrainischen Hilfsvereins Blau-Gelbes Kreuz präsentierten Plakate mit früheren Tilly-Motiven. Kuckelkorn betonte, die Karnevalisten stünden hinter Tilly „wie eine Wand“.
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Neben Putin wurden zahlreiche weitere aktuelle Themen und Persönlichkeiten satirisch aufs Korn genommen: In Düsseldorf zielte ein Motivwagen auf das iranische Mullah-Regime, ein anderer zeigte den Sexualstraftäter Epstein als dämonische Figur. Bundeskanzler Friedrich Merz und Markus Söder wurden als Dino-Fahrer dargestellt, Trumps Motiv sorgte in Köln für Aufsehen: Sein Gesäß war mit Küssen von „Merz“, „Macron“ und „Nato“ übersät. In Mainz fehlte Putin als Motiv, um eine Wiederholung zu vermeiden.
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Der Rosenmontag bleibt auch 2026 das zentrale Ereignis des Straßenkarnevals in NRW. Trotz schwieriger Bedingungen wie Regen oder juristischem Druck bewies der Karneval erneut seine Widerstandskraft und Bedeutung als Bühne für gesellschaftliche und politische Kritik. Die aktuelle Solidaritätswelle mit Jacques Tilly wird auch über den Rosenmontag hinaus diskutiert. Schon jetzt blicken die Karnevalisten optimistisch auf ihre nächste Session ab dem 11. November.
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