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Schaeffler-Hammer: Dortmunder Werk soll dichtmachen – 430 Jobs weg
3. November 2026

Schaeffler schließt das Werk in Dortmund – 430 Jobs betroffen, deutschlandweit fallen 2.660 Stellen weg. Alle Infos zum Sparprogramm im Überblick.

Krasse Nachrichten für Dortmund

Harte News für NRW: Der Autozulieferer Schaeffler streicht europaweit rund 3.460 Stellen – davon allein 2.660 in Deutschland. Besonders bitter: Auch das Werk in Dortmund soll komplett geschlossen werden. Dort hängen aktuell 430 Jobs dran. Das geht aus einer offiziellen Pressemitteilung von Schaeffler hervor.

Warum macht Schaeffler dicht?

Laut Schaeffler reagiert der Konzern mit dem Sparprogramm auf das weiterhin schwierige Umfeld in der Autobranche. Die Nachfrage nach Verbrennern geht zurück, gleichzeitig läuft der Umstieg auf E-Autos langsamer als erwartet. Dazu kommen laut Unternehmensangaben überdurchschnittlich hohe Personalkosten pro Kopf in Deutschland sowie eine zu komplizierte Organisation mit zu vielen Führungsebenen. Wie die tagesschau berichtet, hatte Schaeffler zudem im Oktober wegen des schwächelnden E-Auto-Geschäfts in China Millionenbeträge abschreiben müssen.

Neben Dortmund soll auch der Standort Morbach geschlossen werden – beide gehören zur Sparte, die Teile für Verbrennungsmotoren herstellt. Außerdem will Schaeffler die Aktivitäten in Berlin einstellen und den Standort Schwalbach aufgeben, ein Großteil der Beschäftigten dort soll nach Frankfurt wechseln. Auch im belgischen Herstal wird ein Werk dichtgemacht.

Was bedeutet das für die Beschäftigten?

Rund neun Prozent der aktuellen Stammbelegschaft in Deutschland sollen bis 2028 wegfallen. Rechnet man ältere Sparprogramme und bereits unterschriebene Altersteilzeitverträge mit ein, landet man laut Schaeffler sogar bei rund 18 Prozent. Immerhin: Das Unternehmen betont, dass die Umsetzung sozialverträglich und im engen Austausch mit Betriebsräten und Arbeitnehmervertretungen passieren soll. Grundlage dafür ist eine bereits 2018 geschlossene Zukunftsvereinbarung.

Geplant ist außerdem ein sogenannter Solidaritätsbeitrag – unter anderem ein zeitweiser, freiwilliger Gehaltsverzicht, der vom Vorstand bis runter durch alle Hierarchieebenen gehen soll. Ohne diesen Schritt wäre der Stellenabbau laut Schaeffler sogar noch größer ausgefallen.

Kritik von Arbeitnehmerseite

Bei den Beschäftigten kommt das Ganze erwartungsgemäß nicht gut an. Thomas Höhn, Unternehmensbeauftragter der IG Metall für Schaeffler, kritisiert laut tagesschau, dass bei Schaeffler inzwischen ein Abbauprogramm aufs nächste folge, noch bevor die Folgen des vorherigen überhaupt bewältigt seien. Auch Konzernbetriebsratschef Uli Schoepplein findet klare Worte: Vor allem deutsche Standorte seien betroffen, obwohl Schaeffler sich regelmäßig zum Standort Deutschland bekenne. Dieses Bekenntnis müsse sich endlich auch in konkreten Entscheidungen zeigen.

Trotzdem ein Bekenntnis zu Deutschland?

Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld betont in der Pressemitteilung, man wolle zeigen, dass es trotz schwieriger Rahmenbedingungen möglich sei, in Deutschland und Europa langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Dafür müsse man aber eben Standorte konsolidieren, Technologie-Kompetenzen bündeln und die Personalkosten pro Kopf senken. Gleichzeitig will der Konzern neue Geschäftsfelder erschließen – etwa Bauteile für humanoide Roboter und die Rüstungsindustrie. Erst im Oktober hatte Schaeffler dazu eine Kooperation mit dem chinesischen Batteriehersteller CATL vereinbart.

Finanziell steht der Konzern dabei gar nicht mal schlecht da: Nach den ersten neun Monaten des Jahres meldet Schaeffler ein solides Ergebnis. Der Umsatz lag mit 17,5 Milliarden Euro fast auf Vorjahresniveau, die Gewinnmarge verbesserte sich leicht auf 4,5 Prozent. Die Einsparungen durch das neue Programm sollen ab 2030 bei rund 300 Millionen Euro jährlich liegen – bei Einmalkosten von etwa 480 Millionen Euro.

Was jetzt?

Für die 430 Beschäftigten in Dortmund bleibt die Lage erstmal ungewiss. Konkrete Details zu den Plänen vor Ort sollen laut Schaeffler im Rahmen lokaler Mitarbeiterversammlungen vorgestellt werden. Die Umsetzung der Maßnahmen ist größtenteils für 2027 und 2028 geplant.

Quellen


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