Bauarbeiten und Bergbauschaden sorgen zwischen Duisburg und Essen für Chaos im Nahverkehr – ein Essener fühlt sich vom Ersatzbus abgehängt.
Zwischen Duisburg und Essen ist seit Wochen Geduld gefragt. Bauarbeiten an Oberleitungen, Bahnsteigen und Brücken sorgen für jede Menge Umleitungen und Schienenersatzverkehr – und nicht alle Fahrgäste sind mit dem Ergebnis glücklich. Wie die WAZ berichtet, fühlt sich ein Essener aus Frohnhausen regelrecht abgehängt: Jonas Molitor wollte an einem Samstagabend mit dem Ersatzbus nach Oberhausen fahren, doch die Bahnhöfe Essen-West und Frohnhausen wurden offenbar gar nicht angefahren. Der Verkehrsverbund habe auf Nachfrage eher ausweichend reagiert, heißt es in dem Bericht.
Der Ärger kommt nicht aus dem Nichts. Laut dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) laufen seit September 2026 im Raum Duisburg und Essen umfangreiche Bauarbeiten. Grund dafür sind unter anderem Abrissarbeiten der Autobahn GmbH am Kreuz Kaiserberg, wo gleich mehrere Bahngleise verlaufen. Die Folge: Umleitungen, Haltausfälle, Teilausfälle und eben Schienenersatzverkehr auf vielen Linien.
Besonders hart trifft es laut VRR die Linien RE 1, RE 2, RE 5, RE 6, RE 11, RE 19, RE 42, RE 44 sowie mehrere RB- und S-Bahn-Verbindungen. Zwischen Duisburg und Essen Hbf, mit Halt in Mülheim (Ruhr) Hbf, pendeln seitdem Ersatzbusse im 5-Minuten-Takt für die RE-Linien 1, 2, 6 und 11. Für RE 5 und RE 19 gibt’s tagsüber einen 10-Minuten-Takt zwischen Oberhausen und Duisburg. Die S 1 wird zwischen Mülheim-Styrum und Duisburg Hbf durch Busse ersetzt. Diese Maßnahmen sind laut VRR bis zum 30. Oktober 2026 um 21 Uhr geplant.
Als wäre das nicht genug, kam am 13. Oktober noch ein Bergbauschaden obendrauf, der laut VRR zusätzliche Einschränkungen zwischen Essen, Duisburg und Oberhausen verursacht. Die S 1 fällt seitdem zwischen Essen Hbf und Mülheim-Styrum komplett aus, die S 3 verkehrt nur eingeschränkt und auch die RE 14 ist zwischen Essen und Bottrop betroffen. Als Ersatz ist laut VRR ein Schienenersatzverkehr mit allen Halten zwischen Oberhausen und Mülheim (Ruhr) Hbf vorgesehen. Für die Strecke Essen–Oberhausen gibt’s zusätzlich tagsüber im Halbstundentakt und nachts im Stundentakt einen Direktbus – auch am Wochenende. Wer von Essen nach Bochum will, kann laut VRR auf die S 1 ausweichen.
Ganz ohne Lichtblick bleibt die Baustellen-Situation aber nicht: Der VRR hat extra die neue Linie RE 100 eingerichtet, die vom 5. September bis zum 30. Oktober 2026 zusätzlich zwischen Essen und Düsseldorf Hbf pendelt. Wer parallel noch zwischen Düsseldorf und Köln unterwegs ist, sollte sich übrigens ebenfalls wappnen – dort ist die S-Bahn-Strecke laut VRR vom 4. September bis zum 4. Dezember 2026 komplett gesperrt.
Der Fall von Jonas Molitor zeigt, wie unübersichtlich die Lage für Fahrgäste gerade sein kann – gerade wenn Bauarbeiten und ungeplante Schäden wie der Bergbauschaden zusammenkommen. Der VRR rät deshalb allen, die mit Bus und Bahn im Essener Westen unterwegs sind, vor Fahrtantritt unbedingt die Fahrplanauskunft oder zuginfo.nrw zu checken und etwas mehr Zeit einzuplanen. Bis Ende Oktober bleibt die Devise: lieber einmal zu viel nachschauen, als am Bahnsteig zu stehen und auf einen Bus zu warten, der am eigenen Halt gar nicht hält.
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