Schüsse auf Geschäfte in NRW häufen sich – das LKA befürchtet eine hohe Dunkelziffer bei der sogenannten Gen-Z-Mafia. Alle Infos zu den Hintergründen hier.
In NRW ist in den letzten Wochen einiges los – und zwar nicht im positiven Sinne. In Bielefeld und Umgebung wurde elfmal auf Geschäfte geschossen, einmal sogar auf ein Privathaus. Wie die Neue Westfalen Zeitung berichtet, passierte das vor allem in Bielefeld, zuletzt aber auch zweimal in Gütersloh und einmal im Kreis Herford. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter mit voller Absicht Angst verbreiten wollen und dabei ziemlich rücksichtslos vorgehen.
Laut den Ruhrnachrichten fallen auch an anderen Stellen in NRW nachts Schüsse auf Geschäfte und Wohnhäuser. Betroffen sind dabei häufig türkische Geschäftsleute. Die Ermittler prüfen aktuell, ob die einzelnen Taten überhaupt zusammenhängen oder ob da unterschiedliche Gruppen am Werk sind. Nach Angaben der Ruhrnachrichten gehen Fachleute von verschiedenen möglichen Hintergründen aus – unter anderem wird auch ein Streit im kriminellen Milieu als Erklärung diskutiert.
Insgesamt sollen laut den Ruhrnachrichten schon rund 20 Taten verzeichnet worden sein. Der Begriff „Gen-Z-Mafia“ macht dabei die Runde, wenn es um diese neue Form von Bandenkriminalität geht. Was das Ganze so beunruhigend macht: Die Taten wirken teilweise wie Machtgehabe, es gibt aber offenbar auch Trittbrettfahrer, die das Chaos für sich nutzen.
Dass die Ermittlungen trotzdem vorangehen, zeigt ein Fall aus Steinhagen: Dort konnte laut der Neuen Westfalen Zeitung ein 19-Jähriger festgenommen werden, nachdem es erneut Schüsse auf Bielefelder Geschäfte gegeben hatte. Ein kleiner Erfolg für die Ermittler, auch wenn die große Dunkelziffer, die das Landeskriminalamt befürchtet, damit natürlich noch nicht aufgeklärt ist.
Das Ganze ist für die Polizei eine echte Herausforderung. Einerseits müssen die laufenden Schüsse auf Geschäfte aufgeklärt werden, andererseits steckt dahinter offenbar ein größeres Netzwerk, das sich nicht so einfach fassen lässt. Erpressung, Schutzgeld-Forderungen und Einschüchterung – das sind laut den Ruhrnachrichten Stichworte, die im Zusammenhang mit den sogenannten Gen-Z-Mafias immer wieder fallen. Betroffene Unternehmer in der Region leben dadurch in ständiger Unsicherheit, ob es sie als Nächstes trifft.
Die Serie an Schüssen in NRW zeigt: Hier geht es nicht um Einzelfälle, sondern um ein größeres Problem, das sich über mehrere Städte und Kreise erstreckt. Von Bielefeld über Gütersloh bis in den Kreis Herford – die Ermittler haben alle Hände voll zu tun, um Zusammenhänge aufzudecken und weitere Taten zu verhindern. Bleibt zu hoffen, dass nach der Festnahme in Steinhagen noch mehr Fortschritte folgen.
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