26 Jahre nach dem Diebstahl des Münsteraner Sendschwerts gibt’s einen neuen Hinweis aus der Bevölkerung. Kehrt das historische Original bald zurück?
Münster und sein verschwundenes Sendschwert – das ist schon fast eine eigene Legende. Seit der Nacht zum 24. Oktober 2000 fehlt von dem historischen Original jede Spur, Täter unbekannt, Schwert weg. Und jetzt, 26 Jahre später, gibt’s plötzlich Bewegung in dem Fall. Die Westfälischen Nachrichten berichten, dass ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf dem Send von einer „heißen Spur“ gesprochen hat. Auf Nachfragen wurde er aber auffällig wortkarg – man wolle die laufenden Bemühungen nicht gefährden, hieß es.
Falls du dich fragst, warum ein Schwert in Münster so eine große Nummer ist: Dreimal im Jahr findet in Münster das Volksfest Send statt, im Frühjahr, Sommer und Herbst. Und immer wenn Send ist, hängt am Historischen Rathaus ein Schwert – das Sendschwert eben. Wie der Stern berichtet, steht das Schwert symbolisch für den sogenannten Marktfrieden, der während der Festzeit herrschen sollte. Wer damals während des Marktfriedens Blut vergossen hat, musste laut den Historikern der Stadt sogar mit dem Tode rechnen. Das über 400 Jahre alte Original wurde also nicht einfach so gestohlen, sondern ein echtes Stück Stadtgeschichte wurde Diebesgut.
Seit dem Diebstahl hängt am Rathaus nur noch eine Rekonstruktion der 114 Zentimeter langen Klinge, und zwar schon seit dem Frühjahr 2001. Die Kopie erfüllt zwar ihren Zweck fürs Volksfest, aber das Original bleibt bis heute verschwunden.
Nach Informationen der Westfälischen Nachrichten hat sich eine Frau bei der Stadt gemeldet, die angeblich weiß, wo sich das Schwert befindet. Die Stadt-Pressestelle bestätigt gegenüber dem Stern, dass es tatsächlich einen neuen Hinweis aus der Bevölkerung zum möglichen Verbleib gibt. Konkreter wird man aber nicht: „Nähere Angaben können erst nach der Überprüfung gemacht werden“, teilt die Pressestelle mit. Man will offenbar auf Nummer sicher gehen, bevor größere Wellen geschlagen werden.
Nicht nur die Stadt hat Interesse daran, das Original zurückzubekommen – auch der Schaustellerverband will das Schwert endlich wiederhaben. Laut Stern haben die Schausteller schon vor Jahren eine Belohnung von 1.000 Euro plus einen Bummelpass für sachdienliche Hinweise ausgelobt. Und weil der Diebstahl mittlerweile verjährt ist, könnte das für denjenigen, der das Schwert versteckt hält, durchaus ein verlockendes Angebot sein, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen.
In den letzten 26 Jahren hat es übrigens immer wieder Gerüchte gegeben, wo das Sendschwert abgeblieben sein könnte. Eine besonders kuriose Theorie, die laut Stern kursiert: Das Schwert soll angeblich im Besitz von Fans von Rot-Weiß Essen sein – die bekanntermaßen nicht die größten Freunde der Preußen-Münster-Anhänger sind. Bewiesen ist davon bisher aber nichts.
Ob der neue Hinweis tatsächlich zur Rückkehr des Sendschwerts führt, ist aktuell noch offen. Die Stadt prüft den Tipp aus der Bevölkerung, hält sich aber bewusst bedeckt, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Für alle, die die Geschichte seit Jahren verfolgen, heißt es also: Daumen drücken und abwarten. Vielleicht hängt ja schon bald wieder das echte Original am Historischen Rathaus, wenn in Münster das nächste Mal Send gefeiert wird.
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!