Am 18. November lädt die Stukenbrocker Geschichtswerkstatt zur Lesung über Familiennamen, Chroniken und Lebensgeschichten aus der Region ein.
Von Pumpkin-Spice bis Kuscheldecke ist im November ja eigentlich Gemütlichkeits-Saison – aber die Stukenbrocker Geschichtswerkstatt zeigt, dass auch ein Blick in die Vergangenheit richtig spannend sein kann. Am Mittwoch, 18. November, lädt die Geschichtswerkstatt der Stukenbrocker Ortsgemeinschaft e. V. zu einer Lesung mit dem Titel „Familiennamen, Chroniken, Stukenbrock in Presse-Wahrnehmungen und Lebensgeschichten“ ein. Los geht’s um 19 Uhr bei Wein-Guerilla Werner Mersch auf der Hauptstraße 20 in Schloß Holte-Stukenbrock, der Eintritt ist frei.
In der Lesung geht es um waschechte Orts- und Regionalgeschichte: Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, wie eng die Geschichte des Ortes mit den Menschen von heute immer noch verbunden ist. Grundlage für viele der Beiträge ist das kürzlich erschienene Buch „Fundstücke – Neue Entdeckungen zur Geschichte Stukenbrocks“.
Wer jetzt denkt „Wie ist das in meinen Warenkorb gekommen?“ und noch nie von der Stukenbrocker Geschichtswerkstatt gehört hat: Die Gruppe sammelt auf ihrer Website Erinnerungen, Dokumente und Spuren aus der Region – für alle, die sich für die Vergangenheit Stukenbrocks interessieren. Die Seite bietet Raum für Austausch, Forschung und Begegnung und wird regelmäßig mit neuen Beiträgen gefüttert.
Erst im August ging es dort zum Beispiel um 125 Jahre neuer Friedhof in Stukenbrock: Der wurde am 28. August 1901 durch den damaligen Pfarrer Friedrich Kreutzmann eingeweiht, nachdem der alte Kirchhof rund um die Kirche zu klein geworden war. Auch die Ursprünge des Tölkenhofes wurden aufgearbeitet – der taucht erstmals 1584 in der Schreibung „Tolleke“ in einer Abgabenliste auf, wobei eine bislang unbekannte Archivalie sogar eine frühere Datierung nahelegt.
Die Geschichtswerkstatt deckt dabei ziemlich viele Facetten des Alltagslebens ab. So geht’s in einem Beitrag um das Schützenfest von 1934, als Stukenbrock mit rund 2.300 Einwohnern noch klein, die Feierlaune aber trotzdem groß war – Schützenkönig wurde damals Franz Westhoff aus dem Dorf, an seiner Seite Königin Ebbers Lenchen. In einem anderen Beitrag geht’s um ein Foto von Schulmädchen der Jahrgänge 1922/23 vor dem Hauptportal der Kirche St. Johannes Baptist, zusammen mit ihrer Lehrerin Fräulein Schuhmacher.
Auch kuriose Fakten aus den Kirchenbüchern werden aufgearbeitet: Allein zwischen 1704 und 1904 wurden in Stukenbrock über 2.800 Ehen geschlossen und mehr als 11.700 Kinder getauft. Wer lieber zu Fuß in die Geschichte eintauchen will, kann außerdem bei einem Spaziergang entlang von Infotafeln durchs historische Stukenbrock laufen und Fragen beantwortet bekommen wie: Wo stand Peters Hochzeitshaus? Und wie kam der Ort eigentlich zu seinem Namen?
Die Lesung am 18. November ist ein guter Anlass, mal wieder einen Blick auf die eigene Heimatgeschichte zu werfen. Die Stukenbrocker Geschichtswerkstatt zeigt mit ihren Projekten – vom Friedhofsjubiläum über alte Schützenfeste bis zu Kirchenbuch-Kuriositäten – dass Regionalgeschichte alles andere als trocken sein muss. Wer neugierig geworden ist, findet auf der Website der Geschichtswerkstatt noch jede Menge mehr Fundstücke aus der Stukenbrocker Vergangenheit.
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