Nach sechs Jahren Warten kommt endlich eine Querungshilfe für die Sürther Straße in Köln. Was die Stadt plant und wann der Ausbau starten soll, erfährst du…
Wer an der Sürther Straße im Kölner Süden wohnt, kennt das Gefühl: Straße überqueren, Herzklopfen inklusive. Seit sechs Jahren fordern Anwohnerinnen und Anwohner sowie Rodenkirchener Stadtteilpolitiker Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit. Jetzt passiert endlich etwas – zumindest provisorisch.1 Dass gefährliche Straßensituationen schnell eskalieren können, hat uns zuletzt auch ein schwerer Unfall auf der Venloer Straße in Moers gezeigt, bei dem zwei Fahrzeuge kollidierten und eine Fahrerin aus ihrem Wagen befreit werden musste.2
Die Sürther Straße ist breit, viel befahren – und wird immer voller. Die Diakonie Michaelshoven hat in der Gegend Wohnhäuser gebaut, gegenüber gibt es Schulen, Erweiterungsbauten, eine Feuerwache und weitere Wohnungen. Dazu kommt die KVB-Bushaltestelle der Linie 130 direkt neben dem Friedhof. Wer dort die Straße überqueren will, braucht laut Anwohnerin Barbara Schneider buchstäblich Mut: „Wer hier die Straße zum Friedhof überqueren will, begibt sich in Lebensgefahr.“1
Erschwerend hinzu kommt: Seit dem Kreisverkehr an der Grüngürtelstraße fertiggestellt wurde, fahren viele Autos noch schneller. Das erlaubte Tempo von 50 km/h wird laut Schneider regelmäßig überschritten – mit entsprechend mehr Lärm und Unfallgefahr.1
Die gute Neuigkeit: Die Verwaltung hat eine provisorische Querungshilfe angekündigt. Die soll zwischen Hausnummer 150 auf der Sürther Straße und dem Eingang zum Friedhof entstehen – errichtet mit sogenannten Klebeborden. Eine städtische Sprecherin nennt es eine „schnelle und kostengünstige Lösung, um kurzfristig eine Verbesserung für querende zu Fuß Gehende zu erreichen“.1
Die Kosten: rund 40.000 Euro. Die Bauzeit: etwa drei Wochen – je nach Witterung. Und der Zeitplan? Der Plan liegt aktuell bei der Straßenverkehrsbehörde zur Anordnung. Laut Verwaltung sollen die Abstimmungen und bauvorbereitenden Arbeiten noch im dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein, der eigentliche Ausbau dann im vierten Quartal 2026 stattfinden.1
Das Provisorium ist aber nur der erste Schritt. Ursprünglich sollte die Sürther Straße bereits 2022 komplett neu gestaltet und vor allem verschmälert werden – so hatte es die Verwaltung 2020 angekündigt. Daraus wurde nichts. Heute heißt es: Die Neugestaltung befindet sich noch in der Planungsphase und hängt vom Abschluss des erforderlichen Grunderwerbs ab.1
Für die Anwohnerinnen und Anwohner ist das eine bittere Pille – aber immerhin eine mit einem kleinen Zuckermantel. Nach sechs Jahren Warten kommt jetzt wenigstens das Provisorium. Und das ist erstmal mehr als nichts.
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