Das Wallraf-Richartz-Museum in Köln hat sich mit einer epischen Abschiedsparty verabschiedet – tausende Fans kamen und das Museum war rappelvoll.
Was für eine Nacht! Das Kölner Wallraf-Richartz-Museum hat sich mit einer riesigen Abschiedsparty in die Sanierungspause verabschiedet – und die Kölnerinnen und Kölner sind in Scharen gekommen. Bereits am frühen Freitagabend bildete sich eine Besucherschlange, die bis um den Gürzenich herumreichte und sich an der Kreuzung Obenmarspforten/Unter Goldschmied zu einer riesigen Menschentraube ballte. Das nennst du mal Abschiedsschmerz!1
Unter dem Motto „A Night to Remember“ luden das Museum und die Museumsfreunde zu einer langen Kunstnacht ein, die wirklich für jeden etwas zu bieten hatte. Das Programm? Eine echte Mischung aus Kultur und Party:1
Das Beste daran: Die Veranstaltung schaffte etwas, das im Museumsbetrieb sonst selten gelingt – alle Generationen gleichzeitig anzusprechen. Im zum Partykeller umgestalteten Stiftersaal hockten Jung und Alt vereint auf Getränkekisten. Kunst verbindet halt.1
Die Organisatoren hatten den Vorverkauf vorsorglich gestoppt, um die eigene Richtgröße von 3.000 Gästen einhalten zu können. Ob sich alle daran gehalten haben? Eher fraglich. Wallraf-Direktor Marcus Dekiert brachte es auf den Punkt: „Kunst und Kultur funktionieren eben in Köln.“1
Bereits gegen 22 Uhr stieß das Museum dann an seine Grenzen. Vor den Zugängen zu einzelnen Sammlungsbereichen stauten sich die Menschen, weil die Säle an ihre Kapazitätsgrenze gelangt waren. Im schlimmsten Fall mussten Besucher gleich dreimal auf Einlass warten: am Eingang, vor dem Treppenhaus und vor den Sälen. Eine ältere Dame brachte die Stimmung auf die einfachste Formel: „Ein bisschen voll hier.“ Ja, kann man so sagen.1
Das Gebäude selbst – entworfen vom Kölner Architekten O. M. Ungers – ist mit seinen verschiedenen Engstellen schlicht nicht für solchen Massenandrang ausgelegt. Genau das ist übrigens auch einer der Gründe, warum ein Erweiterungsbau geplant ist.1
Das war übrigens der Hintergrund für die ganze Abschiedsparty: Das Wallraf-Richartz-Museum schließt jetzt für mindestens zwei Jahre wegen Sanierungsarbeiten. Rembrandts berühmtes spätes Selbstbildnis, die Lochner-Madonna – die sogenannte „kölsche Mona Lisa“ – und die gesamte älteste Kölner Kunstsammlung bleiben so lange unter Verschluss. Die Impressionisten sind übrigens schon auf Gastspiel in Japan unterwegs.1
Läuft alles nach Plan, soll das Museum Ende 2028 gemeinsam mit einem neuen Erweiterungsbau wiedereröffnet werden – natürlich wieder mit einem großen Fest. Die Vorfreude darauf mischte sich beim Schlangestehen schon spürbar in die Wehmut.1
Diese „A Night to Remember“ war bereits die 21. Kunstnacht der Museumsfreunde – und eine der lautesten, vollsten und emotionalsten. Diane Ciesielski, Geschäftsführerin der Museumsfreunde, und Museumsdirektor Marcus Dekiert zeigten sich hoch erfreut und gegen Ende des Abends wohl auch ein bisschen überwältigt. Dekiert hatte übrigens angekündigt, bis Toresschluss um vier Uhr morgens zu bleiben. Respekt!1
Die Botschaft des Abends ist klar: Köln ist und bleibt eine Kunststadt. Und das Wallraf kommt wieder – größer und besser als je zuvor. Bis Ende 2028!
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