US-Zölle treffen NRWs Industrie hart: Exporte brechen ein, fast eine Million Jobs hängen am US-Geschäft. Alle Fakten zu Zahlen, Folgen und Hintergründen.
Trumps Zollpolitik ist für viele Unternehmen in NRW gerade echt kein Spaß. Seit seiner Wiederwahl hat US-Präsident Donald Trump die Zölle auf ein Niveau geschraubt, das es laut Angaben des Yale Budget Lab zuletzt in den 1940er-Jahren gab. Und das bekommt vor allem die deutsche Exportwirtschaft zu spüren – und damit auch jede Menge Betriebe hier bei uns im Bundesland.
Laut der Konrad-Adenauer-Stiftung sind die deutschen Exporte in die USA 2025 im Vergleich zum Vorjahr um fast neun Prozent eingebrochen. Davor, zwischen 2019 und 2024, ging es noch jährlich im Schnitt um über sechs Prozent nach oben. Am härtesten hat es dabei Branchen getroffen, die auch in NRW super wichtig sind: Bei Kraftwagen und Kraftwagenteilen sanken die Ausfuhren um fast 19 Prozent, im Maschinenbau um mehr als sechs Prozent und bei chemischen sowie pharmazeutischen Erzeugnissen sogar um fast 15 Prozent.
Wie elektroauto-news.net berichtet, hängen deutschlandweit knapp eine Million Arbeitsplätze direkt am Export in die USA. Besonders hart trifft es Hersteller, die ihre Produkte komplett in Deutschland bauen und dann in die Staaten verschiffen müssen – Porsche soll laut dem Portal allein durch die Zölle 700 Millionen Euro verloren haben. Auch bei Mercedes-Benz wächst die Unsicherheit, der Konzern plant demnach den Abbau von bis zu 6000 Stellen.
Die ganze Branche spürt den Druck: Laut elektroauto-news.net sind im vergangenen Jahr in der Autoindustrie rund 50.000 Stellen weggefallen, bei den Zulieferern ist seit 2019 sogar fast jeder vierte Arbeitsplatz verschwunden. Manche Ingenieur:innen wechseln deshalb komplett die Branche und landen in der Medizintechnik oder bei Rüstungskonzernen.
Das Verrückte dabei: Laut der Konrad-Adenauer-Stiftung lag der effektiv gezahlte Zollsatz für deutsche Exporte in die USA zwischen April 2025 und Februar 2026 bei 10,6 Prozent – und damit unter den ursprünglich angedrohten 15 Prozent für die meisten EU-Waren. Noch größer als die Zölle selbst ist laut der Analyse aber die Unsicherheit, die das Ganze auslöst. Firmen wissen oft gar nicht genau, welche Regeln gerade gelten, und das bremst Investitionen massiv.
Das zeigt auch eine Sonderauswertung des AHK World Business Outlook: Im Frühjahr 2025 waren die Investitionsabsichten deutscher Unternehmen in den USA erstmals seit 2015 negativ – nur die Corona-Zeit 2020 war schlimmer. Laut elektroauto-news.net erwarten in einer DIHK-Umfrage inzwischen 43 Prozent der exportierenden Unternehmen schlechtere Geschäfte, nur 17 Prozent wollen ihre US-Investitionen ausbauen, ein Drittel hat sie komplett auf Eis gelegt.
Besonders der Mittelstand ächzt unter dem zusätzlichen Papierkram. Elektroauto-news.net berichtet von einem Maschinenbauer, bei dem ein zwölfköpfiges Team rund 4200 Stunden nur für die Herkunftsnachweise einer einzigen Maschine gebraucht hat. Auch der Hamburger Hafen spürt die Flaute: Die Exporte in die USA sanken 2025 um fast 60 Prozent, der Containerumschlag ging um 25,6 Prozent zurück.
Und das große Ziel der US-Regierung, das Handelsdefizit zu senken? Ist laut der Konrad-Adenauer-Stiftung komplett gescheitert. Das Defizit der USA im Warenhandel stieg 2025 sogar auf rund 1.235 Milliarden US-Dollar – ein Plus von fast drei Prozent. Gleichzeitig heizen die Zölle die US-Inflation an, die im Mai 2026 bei 4,2 Prozent lag. Ein Gericht, der US Supreme Court, hat im Februar 2026 zudem viele der sogenannten Notstandszölle gekippt – rund 60 Prozent der im Vorjahr erhobenen Zölle müssen jetzt zurückgezahlt werden.
Manche Firmen versuchen kreativ zu reagieren: ZF verleiht laut elektroauto-news.net Fachkräfte an Rolls-Royce, BMW exportiert mehr Autos aus den USA in andere Märkte als Ford, Stellantis oder GM. Ob sich die Lage wirklich entspannt, hängt stark davon ab, wie sich die Zollpolitik weiterentwickelt. Fest steht: Die erste Bilanz nach einem Jahr Trump-Zollpolitik fällt laut der Konrad-Adenauer-Stiftung auf beiden Seiten des Atlantiks bitter aus – und NRW als Industrieland bekommt das besonders deutlich zu spüren.
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