Wisente aus NRW werden im Shahdag Nationalpark in Aserbaidschan ausgewildert. Das Projekt am Rothaarsteig endet.
Das wegweisende Artenschutzprojekt „Wisente am Rothaarsteig“ steht vor dem Abschluss: Sechs Wisente aus Nordrhein-Westfalen sind im Januar 2026 mit Unterstützung des WWF Deutschland und der Zoologischen Gärten Berlin in den Shahdag Nationalpark nach Aserbaidschan umgesiedelt worden. Die Aktion ist Teil einer langfristigen Lösung für die in NRW bislang freilebende Herde und dient dem Aufbau einer überlebensfähigen Wisent-Population im Süd-Kaukasus (wirSiegen).
Der Shahdag Nationalpark in Aserbaidschan bietet mit mehr als 130.000 Hektar idealen Lebensraum für Wisente: großflächige, wenig besiedelte Bergmischwälder, viel Nahrung, sichere Rückzugsräume und geringe Konfliktpotenziale mit dem Menschen. Die Tiere werden von erfahrenen Wildhütern mittels GPS-Technik und Kamerafallen überwacht. Geplant ist, bis 2027 weitere Wisente aus NRW im Rahmen des internationalen Artenschutzprogramms im Kaukasus auszuwildern (wirSiegen).
Das Pilotprojekt „Wisente am Rothaarsteig“ begann 2013 und war das erste Auswilderungsprojekt für Wisente in Deutschland. Es wurde jedoch durch heftige juristische und gesellschaftliche Auseinandersetzungen überschattet. Hauptkritikpunkte waren Schäden an Privatwäldern und ein Mangel an langfristigen Perspektiven für die Herde. Der Trägerverein Wisent-Welt-Wittgenstein e.V. ging insolvent, wodurch die Zukunft der bestehenden Wisent-Gruppe ungewiss war (wirSiegen).
Die in NRW verbliebenen Wisente werden aktuell in einem provisorischen Gehege ohne tragfähige Perspektive gehalten, was zu Problemen wie instabiler Gruppenstruktur und Krankheitsrisiken führt. Aufgrund fehlender Fortführungsoptionen für das Freisetzungsprojekt setzt die nordrhein-westfälische Landesregierung gemeinsam mit Kreis und Bezirksregierung auf Lösungen, die die Integration der Tiere in internationale Schutzprogramme ermöglichen (wirSiegen).
Mit der Umsiedlung der Wisente nach Aserbaidschan geht ein europaweit beachtetes Wiederansiedlungs- und Artenschutzvorhaben seinem Ende entgegen. Der Shahdag Nationalpark wird so weiter als neuer Lebensraum für diese Schlüsselart etabliert. Die verbleibenden Tiere in NRW brauchen weiterhin verantwortungsvolle Lösungen — der Fokus liegt dabei auf Artenschutz mit internationaler Perspektive (wirSiegen).
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