Bei den Kölner Lichtern rettete das Team für Tiere Köln zwei verletzte Gänse – und erlebte dabei einen schockierenden Vorfall mit der Security.
Die Kölner Lichter sind eines der größten Großevents in NRW – rund 150.000 Gäste haben das Spektakel am Rhein verfolgt, das in diesem Jahr erstmals durch eine Drohnenshow ergänzt wurde.1 Doch während das Publikum staunte, erlebte das Team für Tiere Köln eine Nacht voller Tierrettungen – und einen Vorfall, der sie bis heute fassungslos macht.
Kurz nach Mitternacht – um 00.45 Uhr – wurde dem Tierschutz-Team eine verletzte Kanada-Gans auf der Zoobrücke gemeldet, die Blut gespuckt hatte. Die Tierschützer sicherten das geschwächte Tier auf der vielbefahrenen Brücke.1 Laut dem Team hatten die Melder zuvor bei der Feuerwehr Köln angerufen – diese sei jedoch nicht ausgerückt. Die Stadt Köln erklärt dazu, dass in dem Notruf nicht erwähnt worden sei, dass die Gans verletzt sei.1
Noch in derselben Nacht folgte ein zweiter Einsatz: Eine weitere verletzte Gans im Rheinpark. Und hier wurde es richtig heftig. Als das Team erklärte, dringend zu einem verletzten Tier zu müssen, wurde es von der Security angeschrien und beleidigt – mit den Worten: „Dann muss das Tier halt verrecken.“1 Trotzdem fand das Team einen Weg in den Park und konnte auch diese Gans erfolgreich sichern.
Für die Tierschützer ist klar: Eine solche Großveranstaltung kurz nach der Brutzeit der Wasservögel ist unverantwortlich. Jordan Wieland vom Team für Tiere Köln sagt dazu:
Viele Jungvögel könnten zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht richtig fliegen und seien weiterhin auf ihre Eltern angewiesen – da reicht ein lautes Feuerwerk, um echten Schaden anzurichten.1
Veranstalter Werner Nolden äußerte sich schriftlich gegenüber wa.de: Die Veranstaltung sei „vollumfänglich genehmigt“ und alle Auflagen erfüllt worden. Den Vorfall mit der Security ordnet er außerdem räumlich ein – dieser habe sich laut bisheriger Kenntnis nicht auf dem eigenen Veranstaltungsgelände abgespielt, sondern im Bereich der Lanxess Arena. Man wolle aber weiter recherchieren.1
Auf einen kompletten Umstieg auf Drohnen will Nolden nicht eingehen: Das sei „nicht angedacht und auch nicht möglich“. Die Drohnenshow soll das Feuerwerk künftig ergänzen – aber nicht ersetzen.1
In den Kommentaren unter dem Beitrag des Teams für Tiere ist eine lebhafte Debatte ausgebrochen. Die meisten Stimmen unterstützen die Tierschützer:
Aber es gibt auch Gegenstimmen: Jemand schreibt, dass bei einem Mega-Event mit über einer halben Million Zuschauern „genau zwei verletzte Tiere“ gefunden worden seien – und kritisiert, dass hier Korrelation mit Kausalität gleichgesetzt werde.1
Die Nacht der Kölner Lichter hat eine wichtige Diskussion angestoßen: Wie viel Rücksicht nehmen wir bei Großevents auf die Tierwelt? Das Team für Tiere Köln wünscht sich von der Stadt Köln und dem Veranstalter eine andere Herangehensweise – und zeigt dabei: Tierschutz hört nicht auf, wenn das Feuerwerk startet. Was denkst du? Schreib’s uns!
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