Volksgarten, Grüngürtel, Blücherpark: Kölner Parks werden nachts als Angsträume erlebt. Was die Stadt dazu sagt und welche Orte besonders betroffen sind.
Kennst du das Gefühl, abends durch einen Park zu laufen und dir zu wünschen, irgendjemand hätte mal eine Straßenlaterne aufgestellt? Vielen Kölnerinnen und Kölnern geht das genauso – und jetzt reden sie drüber. Nach einem viralen Video eines Kölner Content-Creators über die schlechten Lichtverhältnisse im Grüngürtel hat eine Instagram-Umfrage gezeigt: Das Problem ist viel größer als gedacht. Die Frage „Welche Parks sollten besser beleuchtet werden?“ hat einen echten Nerv getroffen.1
Die Rückmeldungen der Community sind eindeutig. Die Parks, die am häufigsten als nächtliche Angsträume genannt werden, sind:1
Und das Thema hört nicht bei Grünflächen auf: Auch schlecht beleuchtete Fußwege sowie Bus- und Bahnhaltestellen werden von vielen als problematisch empfunden.1
Die Stimmen aus der Community sind laut und klar. „Im Winter morgens mit dem Hund spazieren ist nicht so schön im Dunkeln“, schreibt eine Leserin über den Max-Dietlein-Park. Ein anderer Nutzer fordert schlicht: „Es dient zur absoluten Sicherheit.“1
Viele nutzen die Parkwege nicht nur zur Freizeitgestaltung, sondern als feste Alltagsrouten – zur Frühschicht, zur Bahn oder einfach nach Hause. Content-Creator Noel, der die Debatte mit seinem Video angestoßen hat, bringt es auf den Punkt: „Es gibt Leute in der Gesellschaft, die geschützt werden müssen.“ Er denkt dabei auch an Menschen wie seine Mutter, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist und auf gut einsehbare, helle Wege angewiesen ist.1
Aber es gibt auch Gegenstimmen. „Lasst den Tieren doch ein bisschen Raum in der Stadt“, schreibt ein Leser. Ein anderer verweist auf die ohnehin hohe Lichtverschmutzung in der Kölner Innenstadt.1
Hier wird’s spannend – und für viele wohl frustrierend: Die Stadt Köln stellt sich klar auf die Seite des Naturschutzes. Laut einer Stadtsprecherin gilt: „Park- und Grünanlagen sind in Köln grundsätzlich beleuchtungsfrei zu lassen.“ Die Grundlage dafür ist ein Beschluss aus dem Jahr 2004; nahezu alle Kölner Grünanlagen sind nach dem Landschaftsplan von 1991 als Landschafts- oder Naturschutzgebiete ausgewiesen.1
Ausnahmen gibt es nur in sehr eng begrenzten Fällen – etwa wenn ein stark frequentierter Weg zwei Straßen verbindet und es keine Alternative gibt. Der Hiroshima-Nagasaki-Park, der die Debatte ursprünglich ausgelöst hatte, fällt laut Stadt nicht in diese Kategorie. Eine rechtliche Pflicht zur Beleuchtung öffentlicher Grünflächen besteht laut Stadt nicht.1
Die Diskussion zeigt: Sicherheit und Naturschutz stehen in Köln gerade in einem echten Spannungsverhältnis. Während die einen mehr Licht in den Parks fordern, um sich sicher zu fühlen, wollen andere die Natur der Nacht überlassen. Eine einfache Lösung gibt es nicht – aber das Gespräch darüber ist wichtig. Welcher Kölner Park ist für dich nachts ein Angstraum? Schreib es uns gerne!
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!