Busstreik in Belgien trifft auch Verbindungen von und nach Aachen: Was Pendler jetzt über Ausfälle bei Bus und Bahn in der Grenzregion wissen müssen.
Wer regelmäßig zwischen Aachen und Belgien unterwegs ist, kennt das Problem mittlerweile: Streiks im öffentlichen Nahverkehr sorgen immer wieder für Verspätungen und Ausfälle. Aktuell steht erneut ein Streiktag bei privaten Busunternehmen an, der auch Verbindungen in der Grenzregion treffen könnte. Wie der Belgische Rundfunk BRF berichtet, könnte der angekündigte Streik am Montag zu erheblichen Einschränkungen im Busverkehr führen. Besonders betroffen sein könnten demnach auch die Regionen von Verviers, Spa, Büllingen, Kelmis und St. Vith – also genau die Gegenden, durch die viele Pendler und Reisende von und nach Aachen fahren.
Ganz neu ist die Lage nicht: Schon im Oktober gab es einen landesweiten Streiktag, der den öffentlichen Nahverkehr in Belgien lahmgelegt hat. Wie das Grenzecho berichtet, rechnete die belgische Bahngesellschaft SNCB bereits im Vorfeld mit einem eingeschränkten Fahrplan – nur sieben von zehn IC-Zügen, jeder zweite S- und L-Zug sowie jeder fünfte P-Zug sollten damals verkehren. Auch im Busverkehr gab es massive Ausfälle: In der Wallonie war laut Grenzecho das komplette TEC-Netz betroffen, in Brüssel gab es Einschränkungen bei Metro, Tram und Bus der STIB, und auch der flämische Verkehrsbetrieb De Lijn musste Fahrten streichen.
Hintergrund der damaligen Proteste waren laut Grenzecho die Haushaltspläne der belgischen Regierung sowie geplante Reformen im öffentlichen Dienst. Die sozialistische Gewerkschaft CGSP hatte zum Streik aufgerufen, während die christliche Gewerkschaft CSC Öffentliche Dienste zwar Informationsaktionen plante, aber nicht zum Streik aufrief. Dem Streiktag war zudem eine nationale Demonstration vorausgegangen, bei der es laut Grenzecho zu Ausschreitungen kam – die Polizei befürchtete deshalb auch beim folgenden Streiktag erneute Zwischenfälle.
Dass solche Streiks nicht nur ein Problem der großen belgischen Städte sind, zeigt der aktuelle Fall: Laut BRF könnten durch den angekündigten Streik bei privaten Busunternehmen auch Teile der Deutschsprachigen Gemeinschaft betroffen sein. Für Menschen, die aus dem Raum Aachen nach Eupen, St. Vith oder in andere ostbelgische Orte pendeln, heißt das konkret: Wer auf den Bus angewiesen ist, sollte sich vor Fahrtantritt lieber doppelt informieren, ob die gewohnte Verbindung tatsächlich fährt.
Die Erfahrung aus dem Oktober-Streik zeigt, dass es sich lohnt, rechtzeitig einen Plan B parat zu haben. Damals empfahl die SNCB Reisenden ausdrücklich, ihre Verbindung vorab über Website oder App zu checken. Das gilt auch jetzt wieder: Wer von Aachen aus nach Belgien will oder von dort zurückkommt, sollte aktuelle Infos der jeweiligen Verkehrsbetriebe einholen, bevor er sich auf den Weg macht. Gerade bei kurzfristig angekündigten Streiks ändert sich die Lage oft noch am Vortag oder sogar am Streiktag selbst.
Auch wenn aktuell vor allem private Busunternehmen betroffen sind und die Dimension kleiner ausfallen könnte als beim großen Streiktag im Oktober, zeigt sich ein Muster: Die angespannte Lage zwischen Gewerkschaften und der belgischen Regierung rund um Sparpläne und Reformen im öffentlichen Dienst sorgt immer wieder für neue Protestaktionen – und die bekommen eben auch Pendler aus der Region Aachen zu spüren.
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