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Spritpreis-Check: So viel Steuer steckt wirklich im Tank
25. Oktober 2026

Fast die Hälfte vom Spritpreis ist Steuer: Wir zeigen euch, wie sich Energiesteuer, CO2-Abgabe und Mehrwertsteuer bei Benzin und Diesel genau zusammensetzen.

Steuern an der Zapfsäule: Mehr als die Hälfte ist nicht Sprit

Jedes Mal, wenn du tankst, denkst du dir wahrscheinlich: Wie ist dieser Preis eigentlich in meinen Warenkorb gekommen? Die Antwort ist simpler als gedacht – und ziemlich ernüchternd. Ein großer Teil von dem, was du an der Säule zahlst, geht nämlich direkt an den Staat. Laut einer Auswertung von TankPilot lag der Preis für Super E10 zuletzt bei rund 2,096 Euro pro Liter, wobei 0,991 Euro – also 47,3 Prozent – reine Steuern und Abgaben waren. Bei Diesel sind es bei einem Preis von 2,266 Euro etwa 0,851 Euro, was 37,5 Prozent entspricht.

Drei Steuern, die sich gegenseitig hochschaukeln

Der Spritpreis setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen: dem eigentlichen Warenwert (also Rohöl, Raffinerie, Transport und Marge), der Energiesteuer, der CO2-Abgabe und obendrauf der Mehrwertsteuer. Laut TankPilot macht der Warenwert bei E10 rund 52,7 Prozent aus, bei Diesel sogar 62,5 Prozent.

Die Energiesteuer ist dabei kein Prozentsatz, sondern ein fester Betrag je Liter. Aktuell liegt sie laut TankPilot bei 51,41 Cent für Benzin und 33,00 Cent für Diesel – befristet gesenkt vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026. Die eigentlichen Regelsätze von 65,45 Cent (Benzin) und 47,04 Cent (Diesel) stehen schon seit 2003 im Gesetz und sollen nach der befristeten Senkung wieder greifen. Der Abstand zwischen Benzin und Diesel von 18,41 Cent je Liter erklärt übrigens den größten Teil des Preisunterschieds zwischen den beiden Kraftstoffarten.

Dazu kommt seit 2021 die CO2-Abgabe, die sich am Ausstoß beim Verbrennen orientiert. Diesel verursacht mit rund 2,65 Kilogramm CO2 je Liter etwas mehr als Benzin mit rund 2,37 Kilogramm. Für 2026 und 2027 gilt laut TankPilot ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO2 – eine für 2027 geplante Erhöhung wurde ausgesetzt. Der europäische Emissionshandel für Verkehr und Gebäude, der den CO2-Preis künftig frei am Markt bilden soll, startet laut TankPilot erst 2028 statt wie ursprünglich geplant 2027.

Mehrwertsteuer: Die Steuer auf die Steuer

Am Ende kommen noch mal 19 Prozent Mehrwertsteuer obendrauf – und zwar auf den gesamten Preis inklusive Energiesteuer und CO2-Abgabe. Das bedeutet: Steigt der Rohölpreis um 10 Cent je Liter, zahlst du an der Säule laut TankPilot sogar 11,9 Cent mehr, weil die Mehrwertsteuer die Erhöhung noch verstärkt. Genau dieser Mechanismus sorgt auch dafür, dass der Staat über die Mehrwertsteuer automatisch mehr einnimmt, wenn Sprit teurer wird – während Energiesteuer und CO2-Abgabe als feste Beträge unverändert bleiben.

Wie fuel-prices.eu unter Berufung auf das wöchentliche Oil Bulletin der Europäischen Kommission berichtet, lag der Benzinpreis in Deutschland zuletzt bei 2,179 Euro je Liter, wovon 1,010 Euro beziehungsweise 46,4 Prozent Steuern waren. Aufgeschlüsselt sind das 0,514 Euro Energiesteuer, 0,148 Euro weitere Abgaben und 0,348 Euro Mehrwertsteuer. Nach Angaben von fuel-prices.eu liegt Deutschland damit 1,8 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt von 44,6 Prozent und belegt unter den 27 Mitgliedstaaten Platz 13 bei der Steuerlast auf Benzin. Am höchsten besteuert wird Benzin demnach in den Niederlanden mit 53,0 Prozent, am niedrigsten in Polen mit 29,8 Prozent.

Was heißt das für deine Tankfüllung?

Rechnet man das Ganze auf eine volle Tankfüllung von 50 Litern hoch, kostet die laut fuel-prices.eu aktuell rund 108,95 Euro – wovon 50,51 Euro direkt an den Staat gehen und nur 58,44 Euro tatsächlich auf den Kraftstoff entfallen.

Was aber auch wichtig ist: Der steuerliche Teil des Preises ändert sich nicht, egal zu welcher Tageszeit oder an welcher Tankstelle du tankst. Beeinflussen kannst du laut TankPilot nur den Warenwert samt Marge – und genau hier gibt’s zwischen zwei Tankstellen im selben Ort teils Unterschiede von mehr als 20 Cent je Liter. Sich vor dem Tanken kurz umzuschauen, lohnt sich also durchaus.

Quellen


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