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Spritpreise explodieren: Warum Tanken gerade richtig teuer wird
5. Oktober 2026

Rekordpreise im September und neuer Tankrabatt seit Oktober: Der ADAC zeigt, wie sich die Spritpreise aktuell entwickeln und wo ihr wirklich sparen könnt.

Rekordpreise an der Zapfsäule

Autofahrer müssen gerade ganz schön tief in die Tasche greifen. Der ADAC hat im September neue Höchstwerte bei den Kraftstoffpreisen gemessen – und das ist jetzt wirklich nicht übertrieben. Ein Liter Super E10 kostete im Schnitt 2,266 Euro, fast zwölf Cent mehr als noch im August. Bei Diesel sah’s noch krasser aus: Der Preis stieg um 16 Cent auf 2,386 Euro im Monatsmittel. Damit war der September laut ADAC der bisher teuerste Tankmonat überhaupt.

Am teuersten wurde es konkret am 16. September, als Super E10 im Bundesdurchschnitt 2,314 Euro kostete. Einen Tag später, am 17. September, kletterte der Dieselpreis sogar auf 2,471 Euro. Am günstigsten war Tanken übrigens ganz am Monatsanfang: Am 1. September lagen die Preise noch bei 2,183 Euro für Super E10 und 2,232 Euro für Diesel.

Ölpreis allein erklärt die Entwicklung nicht

Was viele überrascht: Der Rohölpreis allein erklärt diese Entwicklung gar nicht so richtig. Der ADAC zieht dafür einen Vergleich mit dem Frühjahr heran – im April lag der Preis für ein Barrel Brent zeitweise deutlich über 100 US-Dollar, trotzdem war Super E10 damals spürbar günstiger als jetzt im September. Klar, Raffinerie- und Vertriebskosten sowie Steuern spielen auch eine Rolle. Aber der aktuelle Preisabstand zu früheren Monaten ist laut ADAC schlicht „nicht vollständig nachvollziehbar“.

Tankrabatt soll Entlastung bringen – klappt aber nur teilweise

Seit Mitternacht gilt der zweite Tankrabatt in diesem Jahr. Die Energiesteuer wird bis zum 31. Dezember gesenkt, das soll Autofahrern eine Entlastung von 16,7 Cent pro Liter bringen. Der Staat lässt sich das rund 2,5 Milliarden Euro kosten, die Bund und Länder je zur Hälfte tragen.

Und tatsächlich: Gleich zu Beginn des Tankrabatts gaben die bundesweiten Durchschnittspreise abrupt um elf bis zwölf Cent nach, wie Daten des Spritpreisportals Tankerkönig zeigen. Viele Autofahrer nutzten das offenbar sofort aus – kurz vor dem üblichen Preissprung zur Mittagszeit waren Tankstellen gut besucht, mancherorts bildeten sich sogar Schlangen. Besonders günstig war’s am Morgen in München, Stuttgart und Leipzig, wo Super E10 teils unter zwei Euro zu haben war.

Mittagsaufschlag trotzdem da – aber kleiner als sonst

Ganz ohne den typischen Mittagsaufschlag ging’s aber auch diesmal nicht. Wie der ADAC mitteilte, nutzten die Mineralölkonzerne um 12 Uhr wie gewohnt die Möglichkeit zur Preisanpassung für deutliche Aufschläge. Im bundesweiten Schnitt stieg der Preis für Super E10 zwischen 11.45 und 12.15 Uhr von 2,052 auf 2,253 Euro, bei Diesel ging’s von 2,197 auf 2,393 Euro hoch. Allerdings lagen diese Preise immer noch niedriger als am Vortag – um 12.15 Uhr zahlten Verbraucher je nach Kraftstoffart zwischen 14 und 15 Cent weniger als am Mittwoch zur gleichen Zeit.

Der ADAC sieht darin ein positives Signal: Trotz eines leicht sinkenden Ölpreises werde die Energiesteuersenkung aktuell zu einem großen Teil an Verbraucher weitergegeben. Ganz zufrieden ist der Autoklub aber noch nicht – er fordert die Mineralölkonzerne auf, zeitnah die volle Energiesteuersenkung von rund 17 Cent weiterzureichen. Eine direkte Verpflichtung dazu gibt’s für die Tankstellen nämlich nicht.

Was das für euch heißt

Wer clever tanken will, sollte also genau auf die Uhrzeit achten – am Vormittag ist’s meistens günstiger als zur Mittagszeit. Und auch wenn der Tankrabatt eine echte Entlastung bringt, bleibt das Tanken insgesamt teuer. Ob die Mineralölkonzerne die volle Steuersenkung irgendwann komplett weitergeben, bleibt abzuwarten.

Quellen


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