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Tankrabatt: Was er wirklich an der Zapfsäule bringt
2. November 2026

Der Tankrabatt soll Sprit günstiger machen, doch Diesel und Benzin entwickeln sich gerade gegenläufig. Wir zeigen, wie viel Autofahrer wirklich sparen.

Sprit tanken gerade etwas günstiger – aber nicht für alle gleich

Wer in letzter Zeit an der Tankstelle stand, hat es vielleicht schon gemerkt: Die Spritpreise bewegen sich wieder, allerdings in unterschiedliche Richtungen. Nach aktuellen Zahlen des ADAC ist Super E10 im Wochenvergleich um 2,6 Cent günstiger geworden und liegt jetzt bei 2,084 Euro pro Liter. Diesel dagegen zieht an: plus 3,4 Cent auf 2,289 Euro. Damit ist Diesel aktuell über 20 Cent teurer als Benzin – schon ziemlich krass, wenn man bedenkt, dass es früher meistens andersrum war.

Warum Diesel gerade teurer wird

Laut ADAC hängt das mit mehreren Faktoren zusammen: Der Ölpreis ist leicht gestiegen, ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet aktuell etwas über 109 US-Dollar. Dazu kommt die angespannte Lage auf den internationalen Dieselmärkten und die mit der kälteren Jahreszeit steigende Nachfrage nach Heizöl. Bei Benzin scheint dagegen noch Spielraum für Preisnachlässe zu bestehen, so der ADAC – deshalb wird Super E10 trotz steigendem Ölpreis weiterhin günstiger.

Der Tankrabatt und was er bringen soll

Seit dem 1. Oktober läuft ein neuer Tankrabatt, den Bund und Länder angesichts der Allzeit-Höchststände bei Benzin und Diesel beschlossen haben. Laut ka-news hatte der Bundestag das Entlastungspaket bereits am 25. September abgesegnet. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt dadurch um 14,04 Cent pro Liter, rechnet man die Mehrwertsteuer mit ein, soll am Ende eine Ersparnis von rund 17 Cent pro Liter stehen. Der Rabatt gilt bis Ende Dezember 2026.

Nötig wurde das Ganze, weil die Preise im September regelrecht explodiert waren: Nach Angaben des ADAC lag der Durchschnittspreis für Super E10 im September bei 2,266 Euro, Diesel kostete im Schnitt sogar 2,386 Euro – im Vergleich zum August ein Plus von 12 beziehungsweise 16 Cent, wie ka-news berichtet.

Kommt der Rabatt wirklich an?

Ob die Entlastung tatsächlich eins zu eins bei den Autofahrern landet, hat sich das ifo Institut für Wirtschaftsforschung genauer angeschaut. Mit einem eigens entwickelten Tankrabatt-Tracker lässt sich laut ka-news ablesen, dass die Spritpreise am 1. Oktober tatsächlich um etwa 17 Cent pro Liter gesunken sind. Danach gab es aber Schwankungen: Der geschätzte Effekt des Rabatts lag zeitweise bei unter zehn Cent, am 13. Oktober dann wieder bei rund 15 Cent. Der Rabatt kommt also größtenteils bei den Verbrauchern an, aber eben nicht komplett und nicht konstant.

Was heißt das für den Geldbeutel?

Wie viel am Ende wirklich gespart wird, hängt stark davon ab, wie viel man fährt. Nach Berechnungen, die ka-news zitiert, kommt der Durchschnittsfahrer eines Benzin-Pkw in Deutschland auf eine Ersparnis von etwa neun Euro im Monat, Dieselfahrer sparen demnach rund 15 Euro. Klingt erstmal nach was, relativiert sich aber schnell: Im Vergleich zum Jahresanfang 2026 ist Sprit immer noch deutlich teurer. Im Oktober lag der Benzinpreis rund 25 Cent über dem Niveau vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar 2026, bei Diesel waren es sogar 43 Cent mehr. Macht laut diesen Berechnungen seit Ende Februar insgesamt etwa 135 Euro Mehrkosten für Benziner und rund 300 Euro für Dieselfahrer.

Was sich sonst noch tut

Der ADAC fordert unterdessen, die sogenannte 12-Uhr-Regel wieder abzuschaffen. Die Regel erlaubt Tankstellen nur noch eine Preiserhöhung pro Tag, macht die Preise dadurch zwar vorhersehbarer, hat laut ADAC aber nicht zu niedrigeren Preisen geführt – im Gegenteil, die Preisdifferenz innerhalb eines Tages sei größer geworden. ADAC Verkehrspräsident Peter König spricht sich deshalb klar für die Abschaffung aus.

Langfristig plant die Bundesregierung sogar einen Spritpreisdeckel, der spätestens zum 1. Januar 2027 nach dem Vorbild von Luxemburg oder Belgien eingeführt werden soll. Bis dahin bleibt nur: Preise vergleichen, clever tanken und hoffen, dass der Rabatt wenigstens ein bisschen was bringt.

Quellen


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