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Eine Milliarde Euro für Duisburg: So wird HKM zum Stahl-Standort der Zukunft
19. Oktober 2026

HKM Duisburg baut Deutschlands größten Elektrolichtbogenofen: Wüst, Lies und Benner informierten sich vor Ort über die Stahl-Transformation und die Zukunft…

Große Nummer für das Ruhrgebiet

Während wir euch neulich noch erzählt haben, wie ein Mann aus Mettmann mit 120 Millionen Euro Eurojackpot sein Leben auf den Kopf gestellt hat – wir haben in einem früheren Beitrag darüber berichtet – gibt’s jetzt eine andere Mega-Summe aus NRW zu feiern. Diesmal geht’s aber nicht um Glück im Lotto, sondern um die Zukunft der Stahlindustrie im Ruhrgebiet. Bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg-Hüttenheim entsteht gerade der größte Elektrolichtbogenofen Deutschlands. Und das ist richtig großes Ding für die Region.

Prominenter Besuch auf der Baustelle

Am Montag gab’s hohen Besuch bei HKM: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies und IG-Metall-Chefin Christiane Benner haben sich vor Ort über die Transformationsstrategie der Salzgitter AG informiert. HKM gehört seit Juli komplett zum Salzgitter-Konzern, der mit seinem SALCOS-Programm auf CO2-reduzierten Stahl setzt. Begleitet wurden die drei von Salzgitter-Vorstandschef Gunnar Groebler und HKM-Geschäftsführungssprecher Andreas Betzler. Die Gäste haben sich das Baufeld für den künftigen Elektrolichtbogenofen direkt vor Ort angeschaut und sich erklären lassen, wie die Bauabschnitte ablaufen und was sich an der Hafen- und Logistikinfrastruktur ändern muss.

Was da gebaut wird

Die Dimensionen sind schon beeindruckend: Der neue Ofen bekommt ein Abstichgewicht von 285 Tonnen und eine Kapazität von bis zu 2,5 Millionen Tonnen Stahl. Damit wird er nicht nur der größte seiner Art in Deutschland, sondern auch der zweitgrößte in der ganzen EU. Gefüttert werden kann die Anlage flexibel mit Stahlschrott und Eisenschwamm. Gebaut wird seit August 2026, fertig soll alles bis 2029 sein – dann wird in Duisburg von der klassischen Hochofenroute auf die klimafreundlichere Elektrostahlroute umgestellt. Bund und Land NRW unterstützen das Projekt mit 200 Millionen Euro.

Was die Beteiligten dazu sagen

Ministerpräsident Hendrik Wüst betonte, die Stahlindustrie gehöre zur „DNA von Nordrhein-Westfalen“ und der Standort bekomme durch das Projekt nach langer Unsicherheit eine konkrete Zukunftsperspektive. Gleichzeitig machte er klar, dass der Umbau für viele Beschäftigte mit schmerzhaften Veränderungen verbunden sei und eine sozialverträgliche Umsetzung deshalb besonders wichtig ist. Auch Olaf Lies sprach davon, dass der Standort lange keine Selbstverständlichkeit gewesen sei, jetzt aber eine neue Perspektive habe. Sein Ziel: klimafreundlicher Stahl, der wettbewerbsfähig produziert wird und Arbeitsplätze sichert.

IG-Metall-Chefin Christiane Benner nannte den eingeschlagenen Weg richtig, verwies aber auch auf die „bittere Wahrheit“, dass der Umbau mit dem Abbau vieler Arbeitsplätze verbunden sein wird. Umso wichtiger sei es, die Transformation sozial verantwortlich zu gestalten – mit guter Arbeit, Qualifizierung und starker Mitbestimmung für die Beschäftigten.

Was mit den Jobs passiert

Thema beim Besuch war auch die Beschäftigungssituation am Standort. Der Rahmen für den personellen Übergang ist zwischen Unternehmen, Betriebsrat und IG Metall bereits ausgehandelt. Besprochen wurden außerdem Qualifizierungsangebote, mit denen die Belegschaft auf die neue Elektrostahlroute vorbereitet wird, sowie der zeitliche Übergang zwischen der auslaufenden Hochofenroute und dem Start der neuen Anlage. Die Arbeitnehmervertretung machte deutlich, dass Verlässlichkeit in dieser Phase entscheidend für die Akzeptanz in der Belegschaft ist.

Fazit: Große Investition mit Zukunft

Egal ob Lotto-Millionen oder Milliarden-Investitionen in die Stahlindustrie – NRW bleibt für große Zahlen gut. Während der Eurojackpot-Gewinn aus Mettmann ein Einzelschicksal verändert hat, betrifft das Projekt bei HKM gleich tausende Jobs und die industrielle Zukunft des gesamten Ruhrgebiets. Bis 2029 wird sich zeigen, ob der Umbau zur Elektrostahlroute gelingt und Duisburg damit seinen Platz als Stahlstandort behält.

Quellen


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