Im Kreis Höxter braucht die Polizei im Schnitt 9:08 Minuten bis zum Einsatzort. Wir zeigen, warum die Anfahrtszeiten so lang sind und was das für euch bedeutet.
Stell dir vor, du rufst die Polizei, weil gerade jemand bei dir einbricht oder es brennt lichterloh – und du musst fast 10 Minuten warten, bis Hilfe da ist. Genau das ist aktuell die Realität im Kreis Höxter. Die Polizei braucht dort im Schnitt 9:08 Minuten, um nach einem Notruf am Einsatzort zu sein, wenn der Täter noch vor Ort ist.1
Diese Zahl kommt nicht von irgendwem, sondern direkt vom Chef der Polizei im Kreis Höxter, Karsten Koutsky. Und der macht aus seiner Unzufriedenheit keinen Hehl: „Mit diesen Zeiten können wir ganz und gar nicht zufrieden sein, und sind es auch nicht.“1
Wie ernst die Lage werden kann, zeigt ein Einsatz aus Bredenborn. Dort flog Mitte Juli eine Drogenplantage auf – eigentlich sollten die ersten Beamten nur kurz nach dem Rechten schauen. Dann aber bewegte sich plötzlich die Gardine am Fenster, und aus der eher ruhigen Kontrolle wurde im Nu ein Einsatz mit dem Stichwort „Täter vor Ort“.1 Genau solche Situationen sind es, bei denen jede Minute zählt – und bei denen eine Anfahrtszeit von fast zehn Minuten eben richtig lang sein kann.
Der Kreis Höxter steht mit dem Thema nicht allein da. Auch in anderen Teilen von Ostwestfalen-Lippe wird aktuell genau hingeschaut, wie schnell die Polizei im Ernstfall tatsächlich vor Ort ist. In Minden-Lübbecke etwa wird ebenfalls diskutiert, wie gut die Reaktionszeiten der Beamten sind, und auch landesweit gibt es laut Innenministerium deutliche Unterschiede – im Sauerland etwa ist die Polizei im Vergleich besonders schnell am Tatort.1 Das zeigt: Anfahrtszeiten hängen stark davon ab, wie ländlich oder städtisch eine Region ist und wie viele Wachen es gibt.
Gerade in einem eher ländlich geprägten Kreis wie Höxter mit seinen vielen kleinen Orten ist das Thema besonders heikel. Lange Wege zwischen den Wachen und den Einsatzorten machen es für die Polizei schwieriger, überall gleich schnell zu sein. Für euch als Bürger heißt das: Es lohnt sich, im Notfall möglichst genaue Angaben zu machen, damit die Einsatzkräfte keine Zeit verlieren – auch wenn die Anfahrt selbst natürlich nicht beeinflussbar ist.
Interessant ist in dem Zusammenhang auch ein Blick auf die allgemeine Kriminalstatistik im Kreis Höxter. Die zeigt nämlich ein eher zwiespältiges Bild: Insgesamt wird der Kreis zwar sicherer, gleichzeitig steigen aber Autodiebstähle deutlich an.1 Das macht schnelle Reaktionszeiten der Polizei natürlich nicht unwichtiger, sondern eher noch relevanter.
Klar ist: Mit 9:08 Minuten im Schnitt bei Einsätzen mit Täter vor Ort will sich die Polizeiführung im Kreis Höxter nicht zufriedengeben. Es bleibt also spannend, ob und wie an diesen Zeiten künftig gearbeitet wird – sei es durch mehr Personal, bessere Routenplanung oder andere Maßnahmen. Für die Menschen im Kreis Höxter ist das definitiv ein Thema, das man im Auge behalten sollte, denn im Zweifel geht es um Sekunden, die wirklich zählen können.
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