ANTENNE NRW Spritpreis-Rechner

Foto wurde mit
KI generiert
Letzter Auftritt: Steinmeier überreicht Umweltpreis in Aachen mit Wehmut
25. Oktober 2026

Steinmeier überreicht in Aachen zum letzten Mal den Deutschen Umweltpreis an Roda Verheyen und Klaus Vossenkaul.

Emotionaler Moment in Aachen

Wir hatten euch ja schon in einem früheren Beitrag erzählt, wer sich den Deutschen Umweltpreis 2026 schnappt. Jetzt gibt’s das Update zur eigentlichen Verleihung – und die hatte es in sich. Rund 1000 Gäste waren beim Festakt im Eurogress Aachen dabei, als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Auszeichnung in Höhe von insgesamt 500.000 Euro überreichte. Was viele nicht wussten: Es war sein allerletztes Mal. Seit 2017 hat Steinmeier den Preis jedes Jahr übergeben, 2020 coronabedingt nur per Videobotschaft. Beim Festakt in Aachen gab er zu, dass ihm das Ganze „von Jahr zu Jahr weiter ans Herz gewachsen“ sei. Seine Amtszeit endet nächstes Jahr, deshalb erfülle es ihn „ein wenig mit Wehmut“, den Preis zum letzten Mal zu überreichen.

Wer sind die Preisträger:innen?

Ausgezeichnet wurden Dr. Klaus Vossenkaul, Gründer der Firma Membion aus Roetgen, und die Hamburger Umweltjuristin Dr. Roda Verheyen. Beide bekamen jeweils die Hälfte des Preisgeldes. Vossenkaul hat eine Membranfiltertechnologie für Kläranlagen weiterentwickelt, die Mikroplastik, Krankheitserreger und multiresistente Keime aus dem Abwasser filtert. Laut Deutscher Bundesstiftung Umwelt (DBU) hält er 28 Patente und hat damit „neue Maßstäbe in der Abwasserreinigung gesetzt“. In einer Pilot-Kläranlage im Eifeldorf Konzen bei Monschau sorgte die Technologie im Vergleich zu herkömmlichen Filtern für über 90 Prozent weniger Energieverbrauch und 75 Prozent weniger Platzbedarf. In Wolfsburg-Stahlberg entsteht aktuell sogar Deutschlands größte Membran-Kläranlage mit dieser Technik.

Roda Verheyen wiederum hat sich laut DBU-Generalsekretär Alexander Bonde mehr als zwei Jahrzehnte für die Durchsetzung rechtlicher Vorgaben im Klima- und Umweltschutz eingesetzt. Sie ist Rechtsanwältin in Hamburg und Mitglied des Hamburgischen Verfassungsgerichts. Wegweisende juristische Entscheidungen sind eng mit ihrem Namen verbunden – etwa der Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts, wonach unzureichender Klimaschutz die Freiheitsrechte künftiger Generationen verletzt.

Steinmeiers Appell an alle

In seiner Rede wurde Steinmeier richtig deutlich: Man müsse die eigene Art zu leben und zu wirtschaften hinterfragen, „um unseren Kindern und Enkeln einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen“. Das sei aber keine Aufgabe für einzelne Länder oder Personen, sondern für die ganze Weltgemeinschaft. Er betonte außerdem, dass sich Europa besonders schnell erwärmt – mehr als doppelt so schnell wie der Rest der Welt. Trotzdem gebe es Hoffnung: Der Umweltpreis zeige, dass man den Folgen der Erderwärmung nicht einfach machtlos ausgeliefert sei.

Zu Verheyen sagte Steinmeier, sie habe vielen Menschen gezeigt, wie sie im Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel für ihre Rechte streiten können. Vossenkaul bezeichnete er als echten „Technologie-Pionier“. Mit Blick auf die EU-Kommunalabwasser-Richtlinie, die bis Juli 2027 in nationales Recht umgesetzt werden muss, erklärte Steinmeier, dass Vossenkauls Membrantechnologie dabei helfen könne, Kläranlagen platz-, energie- und kostensparend nachzurüsten.

Was die DBU dazu sagt

Nach Angaben der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) sind beide Preisträger:innen „Mutmacher, die zeigen, wie es positiv vorangehen kann“. DBU-Generalsekretär Bonde forderte dazu auf, gerade in schwieriger Weltlage ökologische und ökonomische Chancen zu nutzen – die Umweltwirtschaft könne „zum Jobmotor der Republik“ werden. DBU-Kuratoriumsvorsitzender Prof. Dr. Kai Niebert sagte, Verheyen zeige, „was unseren Rechtsstaat starkmacht“: dass Bürger:innen staatliches Handeln von Gerichten korrigieren lassen können. Bei Vossenkaul betonte er, dass dessen Erfindergeist zeige, wie Umweltschutz Antrieb für Innovation sein kann statt ein Hindernis.

Begleitet wurde Steinmeier bei seinem Auftritt in Aachen übrigens von NRW-Vize-Ministerpräsidentin Mona Neubaur, die ihn gemeinsam mit Bonde vor dem Eurogress Aachen begrüßte. Der Deutsche Umweltpreis wird damit 2026 zum 34. Mal verliehen und zählt nach wie vor zu den höchstdotierten Umweltauszeichnungen Europas.

Quellen


Diskutiere mit!
Anonym und ganz ohne Anmeldezwang!
Alle Kommentare werden von unserer Redaktion im Vorfeld geprüft.
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

© 2026 The Radio Group Holding GmbH

Newsletter

Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven! 

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Deine Anmeldung war erfolgreich.