Steinmeier übergibt den Deutschen Umweltpreis 2026 in Aachen an Roda Verheyen und Klaus Vossenkaul. 500.000 Euro für Klimarecht und innovative Abwasserfilter.
Am Sonntag war’s so weit: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in Aachen den Deutschen Umweltpreis übergeben. Vergeben wird die Auszeichnung von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) – und die zählt laut eigenen Angaben zu den größten Stiftungen Europas. Seit 1991 hat sie mehr als 11.500 Projekte mit rund 2,18 Milliarden Euro gefördert. Der Umweltpreis selbst gehört zu den höchstdotierten Umweltauszeichnungen in ganz Europa, wie die DBU mitteilt.
Dieses Jahr teilen sich zwei Preisträger:innen die 500.000 Euro: die Hamburger Umweltjuristin Dr. Roda Verheyen und der Membranfilter-Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul aus Roetgen bei Aachen. Zwei komplett unterschiedliche Bereiche, aber beide mit demselben Ziel – unseren Planeten ein bisschen besser zu machen.
Wie das Mindener Tageblatt berichtet, setzt sich Verheyen dafür ein, Menschen zu helfen, die unter den Folgen des Klimawandels leiden. Die Rechtsanwältin ist Mitglied des Hamburgischen Verfassungsgerichts und kämpft seit Jahren für klare rechtliche Vorgaben zum Schutz von Klima und Umwelt.
Im Interview mit beck-aktuell erzählt Verheyen, dass sie den Preis als Würdigung für das gesamte Umweltrecht und die Kraft der Dritten Gewalt versteht, diejenigen zu schützen, die keine oder nur eine schwache Stimme haben. Konkret geht es dabei um ihre Arbeit der letzten 25 Jahre, mit der sie versucht, bestehendes Recht zum Schutz des globalen Klimas zu aktivieren – sowohl gegenüber Staaten als auch gegenüber Unternehmen.
Zu ihren bekanntesten Fällen zählt laut beck-aktuell die Verfassungsbeschwerde, die zum Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts führte, sowie die Vertretung eines peruanischen Bauern in einer Klage gegen RWE. Besonders wichtig findet sie aber eine Entscheidung des OLG Hamm von Mai 2025, in der laut Verheyen erstmals weltweit festgestellt wurde, dass große Emittenten Verantwortung für die Folgen des Klimawandels tragen. Aktuell führt sie laut eigenen Angaben zudem zwei Verfassungsbeschwerden – unter anderem eine, bei der sich über 54.000 Menschen in Deutschland beteiligt haben.
Der zweite Preisträger hat sich einem ganz anderen Problem gewidmet: der Abwasserreinigung. Wie das Mindener Tageblatt schreibt, hat Vossenkaul dünne Röhrchen entwickelt, die aus Klärschlamm klares Wasser filtrieren. Das Besondere daran: Die Poren sind so fein, dass sie problematische Stoffe wie Mikroplastik, Krankheitserreger und sogar multiresistente Keime aus dem Abwasser rausfiltern. Laut DBU ist Vossenkaul Gründer und Geschäftsführer der Firma Membion, über die er seine Erfindung weiterentwickelt.
Dass Umweltschutz und rechtliche Verantwortung Hand in Hand gehen müssen, macht Verheyen im Gespräch mit beck-aktuell nochmal deutlich: Klimaschutz sei Menschenrecht, und zwar sowohl bei der Reduktion von Emissionen als auch bei der Anpassung an die Klimafolgen. Gleichzeitig betont sie, dass es in der Umsetzung noch hakt – sie spricht von den „Mühen der Ebene“, in denen Deutschland und Europa gerade stecken.
Genau hier setzt der Deutsche Umweltpreis an: Er zeigt, dass es Menschen gibt, die mit ganz unterschiedlichen Mitteln – sei es vor Gericht oder im Labor – echte Fortschritte für unseren Planeten erzielen. Die DBU lädt übrigens regelmäßig zu Veranstaltungen rund um den Umweltpreis ein, etwa zu einem Symposium, bei dem es laut eigener Ankündigung um Green Innovation als wirtschaftliche Erfolgsgeschichte ging.
Zwei Preisträger:innen, ein gemeinsames Ziel: Umweltschutz nicht nur zu fordern, sondern aktiv umzusetzen – rechtlich wie technisch. Genau solche Geschichten machen Mut, dass sich trotz aller Hürden etwas bewegt.
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