Neue Details vom Deutschen Umweltpreis 2026 in Aachen: Steinmeiers eindringliche Klimawarnung und Verheyens besonderer Moment bei der Preisverleihung.
Wir hatten euch in einem früheren Beitrag schon erzählt, wer sich den Deutschen Umweltpreis 2026 geschnappt hat: Umweltjuristin Dr. Roda Verheyen und Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul. Jetzt gibt’s aber frische Details vom Festakt in Aachen, die richtig Gänsehaut-Potenzial haben. Denn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei der Preisübergabe mal richtig Tacheles geredet.
Unter tosendem Applaus hat Verheyen den Preis aus Steinmeiers Händen entgegengenommen, wie die Aachener Zeitung berichtet. Das Besondere daran: Sie ist die erste Juristin überhaupt, die den Deutschen Umweltpreis bekommt. Noch kurioser: Während sie geehrt wird, laufen parallel Klagen von ihr gegen die Bundesrepublik in Karlsruhe. „Es ist schon ein bisschen verrückt, dass der Bundespräsident mir einen Preis verleiht, während Klagen von mir in Karlsruhe liegen“, sagte Verheyen laut der Zeitung vor der Verleihung.
Richtig deutlich wurde Steinmeier bei seiner Rede. Nach Angaben der Deutschen Welle rief er dazu auf, dem Klimaschutz trotz aller „tagespolitischen Konjunkturen“ oberste Priorität einzuräumen. Sein Appell: „Wir wissen, dass wir unsere Art zu leben, zu wirtschaften, hinterfragen müssen. Warum? Um unseren Kindern und Enkeln einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen.“
Und er wurde konkret: Der letzte Sommer habe gezeigt, wie dramatisch die Folgen der Erderwärmung wirklich sind – brennende Wälder, kaum noch Schifffahrt wegen niedriger Wasserstände und laut Robert Koch-Institut 16.000 zusätzliche Sterbefälle. „Die Fieberkurve unseres Planeten zeigt deutlich nach oben“, so Steinmeier laut DW weiter. Besonders brisant: Europa trifft es demnach überdurchschnittlich hart, der Kontinent erwärmt sich mehr als doppelt so schnell wie der Rest der Welt.
DBU-Generalsekretär Alexander Bonde fand bei dem Festakt in Aachen ebenfalls klare Worte und bezeichnete die beiden Preisträger laut DW als „Mutmacher, die zeigen, wie es positiv vorangehen kann“. Sie würden „Haltung, Beharrlichkeit und Innovationskraft mit klarem Kompass beim Umwelt- und Klimaschutz“ verkörpern.
Noch einmal zur Einordnung, warum die beiden überhaupt ausgezeichnet wurden: Verheyen bekommt den Preis für ihren Einsatz für mehr Umwelt- und Klimagerechtigkeit vor Gericht. Unter anderem hat sie per Klage durchgesetzt, dass Verursacher von Emissionen für Klimafolgeschäden haftbar gemacht werden können. 2021 gab das Bundesverfassungsgericht einer ihrer Klagen statt – mit der Begründung, unzureichender Klimaschutz verletze die Freiheitsrechte künftiger Generationen. Vossenkaul wiederum wird für seine Weiterentwicklung der Membranfiltertechnologie in der Abwasserreinigung geehrt, mit der Mikroplastik aus dem Wasser gefiltert werden kann.
Besonders emotional wurde es laut DW noch an einer anderen Stelle: Steinmeier, der Anfang nächsten Jahres aus dem Amt scheidet, sagte, der Deutsche Umweltpreis sei ihm „von Jahr zu Jahr mehr ans Herz gewachsen“. Er habe stets „mit Neugier und Spannung auf die Preisverleihung geschaut“. Dass er ihn nun zum letzten Mal überreichen durfte, erfülle ihn „mit ein wenig Wehmut“.
Das Preisgeld von insgesamt 500.000 Euro bleibt eines der höchsten in Europa im Umweltbereich. Und auch wenn die Nachfolge im Bundespräsidialamt erst im Januar geklärt wird – eins steht schon fest: Verheyen und Vossenkaul haben mit ihrem Einsatz gezeigt, dass Recht und Technik gemeinsam echte Hebel für den Klimaschutz sein können.
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