Fast 40 Jahre nach ihrem Verschwinden: Neue Details im Fall Dagmar Knops, anonyme Briefe und 5.000 Euro Belohnung für entscheidende Hinweise.
Schon mal in einem früheren Beitrag haben wir euch berichtet, dass die Polizei Mönchengladbach und die Staatsanwaltschaft Krefeld den Fall Dagmar Knops wieder aufgerollt haben. Jetzt gibt’s neue Details, die zeigen, wie kompliziert und rätselhaft dieser Cold Case wirklich ist.
Dagmar Knops war damals 22 Jahre alt und studierte in Köln Sozialpädagogik. In den Semesterferien war sie bei ihren Eltern in Kempen zu Besuch. Am Abend des 28. März 1988 ging sie mit Freunden ins Lokal „Lichtblick“ in der Kempener Altstadt – die Kneipe gibt’s heute nicht mehr. Wie wa.de berichtet, verließ Dagmar das Lokal gegen 22.15 Uhr alleine. Bis zum Elternhaus waren es nur rund 350 Meter zu Fuß. Zu Hause angekommen ist sie nie.
Eine Leiche wurde bis heute nicht gefunden, trotzdem gehen die Ermittlerinnen und Ermittler laut Polizeiangaben davon aus, dass Dagmar Knops Opfer eines Tötungsdelikts geworden sein dürfte.
Besonders spannend: Wie die NRZ berichtet, erreichten die Ermittler in den Jahren 2005 und 2008 zwei anonyme Briefe. Darin wurde ein angeblicher Ablageort der Leiche genannt. Die Polizei durchsuchte die genannten Orte gründlich – allerdings ohne Erfolg. Wer diese Briefe verfasst hat, ist bis heute unklar. Die Behörden bitten die Verfasserin oder den Verfasser nun ausdrücklich, sich zu melden, da sie oder er möglicherweise neue Ermittlungsansätze liefern könnte.
Schon 2006 war der Fall einmal neu aufgerollt worden, führte damals aber zu keiner Aufklärung. Nach zwei weiteren Jahrzehnten wollen Staatsanwaltschaft und Polizei nun einen neuen Anlauf wagen.
Ein wichtiger Ansatzpunkt für die Ermittler: In der Nähe des Lokals „Lichtblick“ soll damals eine Gruppe Jugendlicher oder junger Erwachsener auf einer Bank gesessen haben, als Dagmar Knops die Kneipe verließ. Diese Personen konnten trotz intensiver Suche nie identifiziert werden. Die Polizei hofft jetzt, dass sich durch die Ausstrahlung bei „Aktenzeichen XY ungelöst“ am 4. November doch noch jemand erinnert.
Wie wa.de weiter berichtet, appellieren die Ermittler besonders an Menschen, die sich noch an die damalige Zeit erinnern können. Denn in fast verändern sich Beziehungen zwischen Menschen – und so könnten auch Hinweise wichtig sein, die früher unbedeutend erschienen.
Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täterin führen, hat die Staatsanwaltschaft Krefeld eine Belohnung von 5.000 Euro ausgelobt. Die Mordkommission KNOPS ist unter der Telefonnummer 02161-290 erreichbar, Hinweise können auch per E-Mail eingereicht werden.
Der Fall Dagmar Knops ist Teil der Kampagne „Mord verjährt nicht. Der Niederrhein erinnert sich“, mit der ungeklärte Mordfälle aus der Region wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden sollen. Ob die neuen Ermittlungsansätze und die Ausstrahlung bei „Aktenzeichen XY“ tatsächlich zur Aufklärung führen, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Hoffnung auf entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung ist nach fast weiterhin groß.
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