Cold Case Dagmar Knops: Polizei und Staatsanwaltschaft Krefeld loben 5.000 Euro Belohnung aus und hoffen auf neue Hinweise nach fast 40 Jahren.
Den Fall Dagmar Knops hatten wir euch schon in einem früheren Beitrag vorgestellt. Jetzt gibt’s neue Details zu dem Cold Case, der die Menschen in NRW seit fast vier Jahrzehnten beschäftigt. Wie 24rhein.de berichtet, haben die Staatsanwaltschaft Krefeld und die Polizei Mönchengladbach die Ermittlungen zum Verschwinden der damals 22-jährigen Studentin offiziell wieder aufgenommen – und loben jetzt eine Belohnung von 5.000 Euro für sachdienliche Hinweise aus.
Am Abend des 28. März 1988 war Dagmar Knops mit Freunden im Lokal „Lichtblick“ in der Kempener Altstadt unterwegs. Die Kneipe in der Tiefstraße 24 gibt es heute nicht mehr. Gegen 22.15 Uhr verließ die junge Frau den Laden alleine, um zu Fuß zum Haus ihrer Eltern zu gehen – nur rund 350 Meter entfernt. Dort ist sie nie angekommen. Dagmar Knops studierte zu der Zeit Sozialpädagogik in Köln und war eigentlich nur in den Semesterferien bei ihren Eltern in Kempen zu Besuch.
Schon 2006 hatten Ermittlerinnen und Ermittler den Fall erneut angepackt, ohne Erfolg. Jetzt, fast 20 Jahre später, wagen Staatsanwaltschaft und Polizei einen neuen Anlauf. Laut der Polizei Mönchengladbach können sich in fast 40 Jahren Beziehungen zwischen Menschen verändern – deshalb könnten auch Hinweise relevant werden, die früher als unbedeutend galten.
Besonders spannend: Die Ermittler hoffen auf Zeugen, die sich an eine Gruppe Jugendlicher oder junger Erwachsener erinnern, die auf einer Bank nahe dem Lokal „Lichtblick“ gesessen haben soll, als Dagmar Knops die Kneipe verließ. Diese Personen konnten bislang nie identifiziert werden. Auch ein Verfasser oder eine Verfasserin zweier anonymer Briefe aus den Jahren 2005 und 2008 wird weiterhin gesucht. Nach Angaben von 24rhein.de wurde darin ein angeblicher Ablageort der Leiche genannt, umfangreiche Suchmaßnahmen blieben aber erfolglos.
Zusätzliche Details zu einem der anonymen Hinweise liefert das International Missing Persons Wiki: Demnach soll in dem Brief von 2008 behauptet worden sein, dass sich Dagmars Leiche im Keller einer Villa unweit des Elternhauses befinde – einbetoniert, auf einer damaligen Baustelle mit neuen Elektroinstallationen und Böden. Die Polizei nahm den Hinweis ernst und untersuchte den Beton mit Spezialgeräten. Dabei wurde eine verdächtige Hohlstelle entdeckt, auch Leichenspürhunde schlugen an der gleichen Stelle an. Eine Ausgrabung scheiterte jedoch bislang an der Statik des Hauses, eine große Treppe steht im Weg.
Die Ermittlerinnen und Ermittler gehen weiterhin davon aus, dass Dagmar Knops Opfer eines Tötungsdelikts geworden sein dürfte, auch wenn ihre Leiche nie gefunden wurde. Der Fall wird am Mittwoch, dem 4. November, in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ vorgestellt, wie 24rhein.de berichtet. Die Verantwortlichen erhoffen sich dadurch neue Zeuginnen und Zeugen, die sich nach so langer Zeit noch an Details erinnern.
Hinweise nimmt die Mordkommission KNOPS unter der Telefonnummer 02161-290 oder per E-Mail entgegen. Für Informationen, die zur Ergreifung des Täters oder der Täterin führen, hat die Staatsanwaltschaft Krefeld die Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt. Auch kleine, scheinbar unwichtige Erinnerungen können laut Polizei entscheidend sein, um diesen Cold Case nach fast 40 Jahren endlich zu lösen.
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