Köln ist NRW-Spitzenreiter bei der Ehe für alle und schlägt sogar Berlin. Bochum landet überraschend auf Platz zwei vor Düsseldorf – alle Zahlen im Überblick.
Wenn’s um die Ehe für alle geht, ist Köln ganz vorne mit dabei – und zwar nicht nur in NRW, sondern bundesweit. 6,5 Prozent aller Eheschließungen in der Domstadt waren 2025 zwischen zwei Männern oder zwei Frauen. Das heißt: Jede 15. Hochzeit in Köln war gleichgeschlechtlich. Damit liegt die Domstadt sogar knapp vor Berlin, das laut Statistischem Landesamt einen Anteil von 6,4 Prozent meldet. Allerdings zählt die Berliner Statistik auch Ehen mit, bei denen eine Person einen diversen Geschlechtseintrag hat.
Diese Zahlen stammen aus einer Auswertung des Statistischen Landesamts IT.NRW, die das Portal Erotik.com als Ergänzung zu seinem Heiratsindex Deutschland 2025 veröffentlicht hat. Insgesamt haben sich 2025 in Köln 335 gleichgeschlechtliche Paare das Jawort gegeben. Der Landesdurchschnitt in NRW liegt bei 2,7 Prozent – Köln liegt also weit über dem Schnitt.
Richtig spannend wird’s, wenn man guckt, welche Stadt hinter Köln kommt: Bochum. Wie Radio Bochum berichtet, liegt die Stadt mit einem Anteil von 4,3 Prozent gleichgeschlechtlicher Ehen landesweit auf Platz zwei – und lässt damit sogar die Landeshauptstadt Düsseldorf hinter sich. In Bochum haben 2025 insgesamt 68 gleichgeschlechtliche Paare geheiratet.
Auf den weiteren Plätzen folgen Münster mit 52 Ehen und einem Anteil von 4,1 Prozent sowie Oberhausen mit 29 Ehen (3,8 Prozent). Erst dahinter kommt Düsseldorf mit 112 Ehen und 3,7 Prozent. Auch Münster schlägt damit größere Städte wie Essen (3,4 Prozent) und Dortmund (2,7 Prozent).
Bevor ihr jetzt denkt, in Köln und Bochum würden einfach mehr queere Paare wohnen: So einfach ist das nicht. Die amtliche Statistik ordnet eine Ehe immer dem Standesamt zu, das sie beurkundet hat – nicht dem Wohnort des Paares. Das heißt also: Städte, in denen auch Paare von außerhalb heiraten, schneiden in der Statistik automatisch besser ab. Wo queere Paare tatsächlich leben, lässt sich aus den Zahlen also nur bedingt ablesen.
Am unteren Ende der Liste steht Bottrop: Dort wurden 2025 nur sieben gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen, ein Anteil von gerade mal 1,2 Prozent. Knapp dahinter liegen der Kreis Coesfeld mit 19 Ehen (1,3 Prozent) sowie die Kreise Lippe und Siegen-Wittgenstein und der Märkische Kreis mit jeweils 1,4 Prozent. Im Märkischen Kreis wurden insgesamt 22 gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen.
Landesweit wurden 2025 in Nordrhein-Westfalen 2.073 Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern geschlossen. Zum Vergleich: Bundesweit waren es laut Statistischem Bundesamt 8.884 von insgesamt 348.813 Eheschließungen – also ein Anteil von 2,5 Prozent. Seit Oktober 2017 gibt’s die Ehe für alle in Deutschland, und die aktuellen Zahlen zeigen: Gerade NRW-Städte wie Köln, Bochum und Münster sind echte Hotspots, wenn’s um gleichgeschlechtliche Eheschließungen geht.
Fazit: Köln bleibt also unangefochten die Nummer eins in NRW, wenn’s um die Ehe für alle geht – und das sogar vor Berlin. Aber auch Bochum und Münster zeigen, dass nicht immer die größten Städte vorne liegen müssen.
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