TH Köln schon vor der Gen-Z-Großdemo blockiert: 30 Aktivisten legen den Eingang lahm, während sich Köln auf 15.000 Teilnehmer am Samstag vorbereitet.
Eigentlich sollte die große Gen-Z-Demo erst am Samstag starten, aber ganz so lange wollten manche dann doch nicht warten. Schon am Donnerstagmorgen haben rund 30 Mitglieder der Protestbewegung den Haupteingang der TH Köln am Ubierring blockiert – und zwar für gut zwei Stunden.1 Studierende und Lehrpersonal mussten in der Zeit auf einen Nebeneingang ausweichen, um überhaupt ins Gebäude zu kommen.
Die Polizei spricht von einem insgesamt friedlichen Verlauf. Gezeigt wurden laut einer Polizeisprecherin pro-palästinensische Symbole, trotzdem gab es im Nachgang Anzeigen – und zwar wegen Sachbeschädigung und wegen Verstoßes gegen das Versammlungsrecht.1 Ein Teil der Demonstrierenden ist zwischenzeitlich sogar ins Gebäude gegangen, um mit der Hochschulleitung zu reden. Danach hat sich die Aktion dann auch wieder aufgelöst.
Wer dachte, das war’s schon mit dem Protest, liegt falsch. Für Samstag, den 31. Oktober, ist unter dem Motto „Gen Z regelt“ die eigentliche Großdemo geplant – und die hat inzwischen ganz andere Dimensionen angenommen. Ursprünglich waren 5.000 Teilnehmende angemeldet, mittlerweile rechnen die Veranstalter aber mit 15.000 Menschen.1 Das ist dem Heumarkt in Köln schlicht zu eng geworden, weshalb die Polizei den Versammlungsort kurzerhand ans Konrad-Adenauer-Ufer an den Rhein verlegt hat. Dort ist einfach mehr Platz für die Massen, und die Polizei will mit entsprechend vielen Kräften vor Ort sein.
Wir hatten bereits in einem früheren Beitrag berichtet, wie sich Köln und Aachen auf die Demo vorbereiten und welche Sorgen vor allem Händler*innen umtreiben. Die Stimmung bei vielen Geschäftsleuten war schon da gemischt: Einerseits die Hoffnung auf einen friedlichen Protest, andererseits die Angst vor Szenen wie in Frankreich, wo die Proteste zuletzt deutlich eskaliert sind.2
Die Proteste in Köln stehen nicht für sich allein. Die Gen-Z-Bewegung schließt sich damit einer Welle an, die seit Ende August schon Frankreich und andere europäische Länder ordentlich in Atem hält.1 Was in Köln unter „Bildung/Wehrdienst/Bezahlbares Wohnen“ zusammengefasst wird, ist also Teil eines viel größeren Bildes – junge Menschen in ganz Europa, die auf die Straße gehen, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.2 In Aachen wiederum wünschen sich Händler*innen vor allem mehr Infos von den Behörden, um sich besser vorbereiten zu können.2
Bis Samstag bleibt also spannend, wie sich die Lage weiterentwickelt. Die Polizei geht bislang nicht von gewaltsamen Ausschreitungen aus, trotzdem wird mit einem deutlich größeren Aufgebot geplant als ursprünglich gedacht. Ob sich die Donnerstagsaktion an der TH Köln als Vorgeschmack auf Samstag entpuppt oder eher eine Einzelaktion bleibt, wird sich zeigen. Fest steht: Die Gen-Z-Bewegung ist in NRW angekommen, und am Rhein könnte es an diesem Wochenende richtig voll werden.
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