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Warnstreiks in NRW: IG Metall legt ab Sonntag los
31. Oktober 2026

IG Metall NRW startet Warnstreiks: Friedenspflicht beendet, Arbeitgeber-Angebot sorgt für Ärger. Alle Infos zur Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie.

Friedenspflicht vorbei, Warnstreiks starten

Jetzt wird’s ernst in der Metall- und Elektroindustrie: Die Friedenspflicht in den Tarifverhandlungen ist am Samstag um Mitternacht ausgelaufen und die IG Metall hat für Sonntag bundesweit Warnstreiks angekündigt. Das betrifft auch NRW, wo die Gewerkschaft ihre Aktionen am Sonntagabend startet. Grund für den Ärger: Das Angebot der Arbeitgeber kommt bei den Beschäftigten gar nicht gut an.

Worum es bei den Verhandlungen geht

Die IG Metall fordert laut eigenen Angaben 5 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, dazu eine tarifliche Gewinnbeteiligung für sogenannte „Boom-Unternehmen“. Die Arbeitgeberseite hat dagegen ein ganz anderes Angebot auf den Tisch gelegt: eine Einmalzahlung von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttos im Juli 2027 und eine Lohnerhöhung von 1,3 Prozent – aber erst ab Juli 2028. Begründet wird das Ganze laut Handelsblatt mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage und hohen Kostenbelastungen für die Industrie in Deutschland.

Für die IG Metall ist das aber keine Option. „Das sogenannte Angebot der Arbeitgeber provoziert in den Betrieben nur Unverständnis und Wut“, erklärte Gewerkschaftschefin Christiane Benner laut Handelsblatt. Die Arbeitgeber würden den Beschäftigten damit im Ergebnis Geld wegnehmen wollen, statt Kaufkraft und Zukunft am Standort zu sichern.

Minus-Runde statt Lohnplus?

Auch IG Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski findet deutliche Worte: Das Angebot bedeute eine Minus-Runde für die Beschäftigten und schwäche die Wirtschaft nachhaltig, wie der Stern berichtet. Ihr Argument: Ohne Kaufkraft gibt’s auch keine starke Wirtschaft. Die anziehende Inflation macht das Angebot aus Sicht der Gewerkschaft noch unattraktiver – real würde am Ende weniger im Portemonnaie der Beschäftigten landen.

3,7 Millionen Menschen betroffen

Die Dimension der Tarifrunde ist riesig: Bundesweit arbeiten rund 3,7 Millionen Menschen in der Metall- und Elektroindustrie. Verhandelt wird dabei nicht zentral, sondern über die einzelnen Bezirke der Gewerkschaft. Die letzten Verhandlungen der zweiten Runde fanden laut Stern-Bericht am Freitag für das Tarifgebiet Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim statt – ohne Einigung, wie die angekündigten Warnstreiks zeigen.

Was jetzt passiert

Nach dem Ende der Friedenspflicht können die regionalen Tarifkommissionen jetzt zu Warnstreiks aufrufen. Laut Handelsblatt rechnete die Gewerkschaft bereits in der Nacht zum Sonntag mit ersten Aktionen. In NRW ging es dann am Sonntagabend konkret los. Wie es mit den Verhandlungen weitergeht, bleibt abzuwarten – die Fronten zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern sind jedenfalls verhärtet.

Quellen


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