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Gelsenkirchen top: Hier bekommt jeder Fünfte Geld vom Staat
31. Oktober 2026

Jeder Fünfte in Gelsenkirchen lebt von staatlicher Hilfe – NRW-weit die höchste Quote. Alle Zahlen zur sozialen Mindestsicherung 2025 im Überblick.

Jeder Neunte in NRW auf Sozialleistungen angewiesen

Du fragst dich, wie’s um Armut in NRW steht? Dann haben wir hier mal die Zahlen für dich. Laut IT.NRW, dem Statistischen Landesamt, haben zum Jahresende 2025 rund 1,9 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen Leistungen der sozialen Mindestsicherung bekommen. Das heißt: Etwa jeder Neunte bzw. 10,6 Prozent der Bevölkerung waren auf staatliche Unterstützung angewiesen. Klingt erstmal viel, ist aber im Vergleich zum Vorjahr sogar ein Rückgang – und zwar um 84.100 Menschen oder 4,2 Prozent.

Zu den Mindestsicherungsleistungen zählen übrigens mehrere Töpfe: Bürgergeld, Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung, Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen sowie Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Besonders stark gesunken ist laut IT.NRW die Zahl der Menschen, die Asylbewerberleistungen bekommen haben – minus 20,3 Prozent bzw. 18.000 weniger als im Vorjahr. Auch beim Bürgergeld gab’s ein deutliches Minus von 4,6 Prozent bzw. 71.600 Menschen weniger.

Gelsenkirchen mit der höchsten Quote in NRW

Und jetzt zur eigentlichen Frage: Wo ist’s am härtesten? Die Antwort ist eindeutig Gelsenkirchen. Mit einer Mindestsicherungsquote von 21,3 Prozent liegt die Stadt an der Spitze von ganz NRW – das heißt, dort ist tatsächlich jede fünfte Person auf diese Leistungen angewiesen. Dahinter folgen Dortmund, Essen und Gladbeck, die alle über 17 Prozent liegen. Auffällig: Alle Städte mit den höchsten Quoten liegen im Ruhrgebiet.

Das bestätigt auch der Regionalverband Ruhr (RVR). Laut RVR haben 2025 insgesamt 702.388 Menschen im Ruhrgebiet Leistungen der sozialen Mindestsicherung erhalten – das sind 20.796 weniger als im Jahr davor. Auch hier zeigt sich der Trend: Die Zahl der Bürgergeld-Empfänger im Ruhrgebiet ist um 20.376 auf 577.698 gesunken, genauso wie die Empfänger von Asylbewerberleistungen, die um 2.395 auf 15.690 zurückgegangen sind.

Nicht überall sinken die Zahlen

Aber nicht alles geht nach unten. Ein Bereich steigt seit Jahren kontinuierlich: die Grundsicherung im Alter. Laut IT.NRW ist die Zahl der Menschen, die diese Leistung beziehen, zum fünften Mal in Folge gestiegen – um 3,0 Prozent bzw. 5.975 Personen auf jetzt 201.940. Auch im Ruhrgebiet zeigt sich dieser Trend: Dort wurde die Grundsicherung im Alter laut RVR von 100.135 Menschen bezogen, ein Plus von 1.735 im Vergleich zum Vorjahr. Heißt im Klartext: Immer mehr ältere Menschen in NRW können von ihrer Rente allein nicht leben.

Die Gegenbeispiele: Wo es am wenigsten Armut gibt

Damit du auch mal die positive Seite siehst: Die niedrigsten Mindestsicherungsquoten in ganz NRW gibt’s laut IT.NRW im Kreis Borken. Die Gemeinden Südlohn (3,1 Prozent), Heek (3,3 Prozent) und Raesfeld (3,4 Prozent) liegen hier ganz vorne. Auch die Gemeinde Nettersheim im Kreis Euskirchen schafft es mit 3,4 Prozent in diese Top-Liga. Der Unterschied zwischen Gelsenkirchen und Südlohn ist damit riesig – von über 21 Prozent bis gerade mal 3 Prozent ist in NRW wirklich alles dabei.

Langfristig betrachtet ist die Mindestsicherungsquote in NRW übrigens relativ stabil geblieben: In den letzten pendelte sie laut IT.NRW immer zwischen 11 und 12 Prozent, mit einem Höchststand im Jahr 2016 bei 12,0 Prozent bzw. 2,15 Millionen betroffenen Menschen. Die aktuellen 10,6 Prozent liegen also sogar leicht unter diesem langjährigen Durchschnitt.

Quellen


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